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Los 7859

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NAVILLE & CIE., Auktion vom 4.4.1921 u.f.T., Luzern.
Catalogue de monnaies grecques antiques provenant de la collection de feu le Prof. S. Pozzi. 6 unpaginierte, 194 S., 101 Tfn., 1 Blatt, 8 unpaginierte S. (letztere enthalten den Nachdruck der Orig.-Ergebnisliste). 3334 Nrn. Hier als Nachdruck Zürich/Amsterdam 1966 der Originalausgabe des Katalogs, hrsg. von Bank Leu & Cie und Jacques Schulman, N.V. Orig.-Ganzleineneinband. Beigefügt: Gebundene Fotokopie in einseitigen Abzügen des Katalogs des Hauses Rollin & Feuardent, Auktion vom 25.-30.4.1887. Collection de M. le Vicomte de Ponton d'Amécourt. Monnaies d'or romaines et byzantines. 1, unpaginierte, II, 164 S.37 Tfn. 1009 Nrn. Ganzleineneinband, wohl der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts, mit goldgeprägtem Rückenschild. 2565 Gramm. (2)
Der Mediziner Samuel Jean Pozzi (* 1846 in Bergerac, † 1918 in Paris) übte seinen Beruf als Chirurg, Gynäkologe, Neurologe und Universitätslehrer aus. In der Medizin gilt er als einer der Pioniere der modernen Gynäkologie. Er pflegte Kontakte zu etlichen Schriftstellern und Künstlern. In numismatischen Kreisen ist er insbesondere wegen seiner substanziellen Sammlung antiker Münzen weithin bekannt, auch seine in Paris versteigerten Kollektionen antiker Kunst sowie der Medaillen und Plaketten beinhalteten qualitätvolle Stücke (Feuardent frères und A. Sambon [Commissaire-priseur: Ambroise Fernand Lair Dubreuil], Auktionen vom 25.-27.6.1919 und vom 28.6.1919).
Gustave Vicomte de Ponton d'Amécourt (* 1825 in Paris, † 1888 in Trilport, Ile de France) stammte aus einer Familie der alten französischen Bourgeoisie. In der Reihe seiner Vorfahren befanden sich diverse Offiziere und höhere Staatsbeamte. Bereits in seinen jungen Jahren entwickelte er vielfältige Interessen. Er beschäftigte sich mit der Mathematik, erlernte Griechisch, Latein und Sanskrit und erwarb für seine Befähigungen in diesen alten Sprachen mehrere Preise im Rahmen von Wettbewerben. Sein Interesse für Geschichte und Archäologie spiegelt sich auch in seiner Münzensammlung wider, die breit angelegt war. Neben Münzen der griechischen und römischen Antike beinhaltete diese Kollektion vor allem Prägungen aus seinem Heimatland Frankreich, angefangen von denen der keltischen Gallier über jene der Völkerwanderungszeit und des Frühmittelalters bis hin zu den königlichen, geistlichen und feodalen Münzen aus dem französischen Herrschaftsbereich. Seine Beschäftigung mit dem postantiken, frühmittelalterlichen Geschichtsschreiber Gregor von Tours soll ihn zu seinem Spezialgebiet, der merowingischen Numismatik geführt haben, auch die karolingischen Münzen reizten ihn sehr. So bilden auch die Prägungen der Merowingerzeit das Hauptthema etlicher seiner numismatischen Veröffentlichungen, die er seit den sechziger Jahren vermehrt erstellte. Sein Engagement in der Société française de Numismatique führte 1865 zu seiner Präsidentschaft in dieser Gesellschaft, die bis zu seinem Tode im Jahre 1888 andauerte. Doch schon 1881 begann er, seine Münzensammlung aufzulösen, indem er zunächst 1131 seiner Merowingerprägungen dem Cabinet des médailles der Bibliothèque nationale de France für 180.000 Francs verkaufte (Revue numismatique, 1889; Revue belge de numismatique, 1890, S. 142). Seine übrigen Bestände wurden zwischen 1886 und 1890 in vier Auktionen aufgelöst. Die erste dieser Verkaufsveranstaltungen organisierte Henri Hoffmann als Experte am 28.5. und am folgenden Tag. Das übrige Material überließen Ponton d'Amécourt bzw. seine Erben dem Hause Rollin & Feuardent zur Versteigerung: Auktionen vom 7.-8.6.1886 (siehe den vorliegenden Sammelband), vom 25.-30.4.1887 und vom 9.-12.6.1890. Gustave Ponton d'Amécourt verschrieb sich indes nicht allein der Numismatik, sondern amtierte H. Hoffmann auch auch als Bürgermeister der Stadt Trilport (1855-1876) und machte sich um die Luftfahrt verdient, indem er durch Versuche und seine Modelle die Möglichkeiten zur Entwicklung des Hubschraubers aufzeigte. In der 1863 gegründeten 'Société d'encouragement de la locomotion aérienne au moyen du plus lourd que l'air' entwickelte er zusammen mit bekannten Luftfahrtpionieren, wie dem Pionier der Luftbildfotografie Félix Tournachon (genannt Nadar) oder auch dem Schriftsteller Jules Verne die Erkenntnis, dass für eine kontrollierte Luftfahrt ein Flugobjekt notwendig ist, das schwerer als Luft ist. Bereits im Gründungsjahr dieses Kreises von Enthusiasten veröffentlichte er dazu seine Vorstellungen und Erkenntnisse (La Conquête de l'air par l'hélice, exposé d'un nouveau système d'aviation, Paris 1863). Für seine funktionstüchtigen Flugmodelle kreierte Ponton d'Amécourt den Begriff 'Helikopter', den er aus den griechischen Worten 'helix'(Spirale) und 'pteron' (Luft) bildete. Auch an der Schöpfung des Begriffs 'Aeronautik' war er beteiligt. Die Umsetzung seiner Visionen erlebte er indes nicht mehr. Erst 1907 stieg ein Fluggerät in die Luft, das auf seinen Prinzipien beruhte.