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Los 7854

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FREDERIK MULLER & CIE, Auktion vom 15.-19.6.1903, Amsterdam.
Catalogue des monnaies et médailles formant les collections Jhr. van den Bogaerde de Heeswijk, Jhr. J.H.F.K. van Swinderen, J.N. Bastert, collection D***. 6 unpaginierte, 91 S., 1 Vakatseite, 16 Tfn. inklusive Tf. 1 als Frontispiz, die übrigen in 2 intakten fadengehefteten Lagen lose inliegend. 1686 Nrn. Orig.-Broschur. 398 Gramm.
Während Tafel I als Frontispiz in den broschierten Buchblock integriert ist, sind die übrigen als 2 sauber fadengeheftete Lagen am Schluss des Katalogs lose hinzugefügt worden.
Baron André Jean Louis (respektive Andreas Johannes Ludovicus ) van den Bogaerde van Terbrugge (* 1787 in Gent, Belgien, † 1855 in Heeswijk, Dinther, Provinz Noord-Brabant, Niederlande) stammte aus dem Adelsgeschlecht van de Bogaerde (zu dieser Familie siehe: Jaarboek van den Nederlandschen Adel, 4. Jahrgang, 1891, S. 36-40; biographische Daten zum Genannten und seinen Nachkommen siehe: https://www.geni.com/people/Andre-Francois-Eugene-Baron-van-den-Bogaerde/6000000040413244044 und die dort angegebenen Links). Er erwarb im Jahre 1834 das Wasserschloss Heeswijk und machte es zum Wohnsitz seiner Familie. In diesem Anwesen brachte er auch seine Kunst- und Antiquitätensammlung unter, die er dort zu einem umfangreichen und thematisch weit gestreuten Bestand ausbaute, der auch nach seinem Ableben Erweiterungen durch die Erben erfuhr. Spätestens nachdem Donatus, der letzte seiner drei Söhne, 1895 und auch sein Enkel im folgenden Jahr verstorben waren, dürfte der Entschluss gefallen sein, die Sammlungsbestände sukzessive abzubauen. Nicht nur die Kollektionen im Schloss Heeswijk, sondern auch im Schloss Nemelaar in Haaren, das 1852 Donatus, der jüngte Sohn von André Jean Louis van den Bogaerde van Terbrugge erworben hatte, gelangten zur Versteigerung. Mit der der Auflösung des Sammlungsfundus wurde das Haus Frederik Muller und Co. beauftragt. Die Auktionen enthielten stets geschlossene Objektgattungen, die ausschließlich aus dem Besitz van den Bogaerde van Terbrugge bestehen konnten, oder aber von Fall zu Fall mit entsprechenden Gegenständen aus fremden Einlieferungen zusammengeführt wurden. Von 1899 bis 1903 fanden so im Zuge von 8 Auktionen u. a. Waffen, Gemälde, Möbel, kunstgewerbliche Arbeiten, aber auch die hinterlassene Bibliothek, Manuskripte, Autographen, und schließlich auch die numismatische Sammlung neue Käufer, weitere Versteigerungen mit graphischen Drucken und Zeugnissen zur Landeskunde der Niederlande folgten bis 1912.
Jan Hendrik Karel Frans van Swinderen (* 1837 in Balk, † 1902 ebendort) übernahm 1863 nach einem Studium der Rechte und seiner Promotion an der Universität Leiden das Amt des Bürgermeisters in der Gemeinde Gaasterland (Provinz Friesland, Niederlande), das zuvor sein Vater innegehabt hatte. Neben dieser Aufgabe, die er bis zu seinem Lebensende erfüllte, übernahm er verschiedene Funktionen im Deichschutz und in einigen Wasserverbänden. Überdies betätigte er sich ab 1865 auch in der Regional- und Landespolitik (bis 1879 Mitglied im Provinzialrat von Friesland, 1878 bis 1879 Mitglied des Repräsentantenhauses der Generalstaaten, 1879 bis zu seinem Ableben Mitglied des Senats). Seine hinterlassene numismatische Sammlung ist im Versteigerungskatalog unter den Nrn. 979-1180 beschrieben.
Der Kaufmann Jacob Nicolaas Bastert (* 1826 in Breukelen, Provinz Utrecht, † 1902 in Maarsseveen, Provinz Utrecht) erhielt eine kaufmännische Ausbildung, die ihm ab 1843 als Teilhaber eines Ziegeleibetriebs und von 1868 bis 1892 als Mitinhaber der Amsterdamer Handelsfirma Brons & Co. Erträge einbrachte. Mit der Aufnahme in den Rat der Gemeinde Maarssen 1851 begann seine langjährige Laufbahn als konservativ-liberaler und antiklerikaler Politiker, die ihn bis zu einem Regierungsamt führte (von Juli 1853 bis Juli 1887 und von Juli 1889 bis zu seinem Lebensende Mitglied des Provinzrats von Utrecht; von September 1875 bis September 1879, von April 1880 bis Oktober 1884 und von Mai 1894 bis September 1901 Mitglied des Repräsentantenhauses der Generalstaaten; von Juli 1887 bis April 1888 Minister für Wasserwirtschaft, Handel und Industrie im königlich-niederländischen Kabinett; von Juli 1901 bis zu seinem Tode Mitglied des Provinzialvorstands von Utrecht). Der Nachlass seiner Münzen und Medaillen ist im Katalog unter den Nrn. 1181-1391 erfasst.