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Los 7842

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| Schätzpreis | 30 € |
| Zuschlag |
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HANS MEUSS, Auktion 9 vom 6.4.1938 u.f.T., Hamburg.
[Versteigerungskatalog Nr. 9.] Sammlung † Kaufmann Alexander Roeper sen., Lübeck. IV. Teil. Münzen von Braunschweig - Lüneburg - Hannover - Stadt Lüneburg. 61 S., 29 Tfn. Nr. 3729-5560. Einband aus Bibliotheksleinen, wohl des letzten Viertels des 20. Jahrhunderts, mit silbergeprägtem Rücken. Die Orig.-Schätzpreisliste ist hinter dem Titelblatt vollständig, doch nicht in der korrekten Blattfolge mit eingebunden worden. Mit Ausnahme der Losfolge 4034- 4093 sind von alter Hand sämtlichen Positionen dieses Kataloges in Bleistift die Zuschlagspreise und oftmals auch die verkürzten Namen der Saalbieter beigeschrieben worden. 570 Gramm.
Der Kaufmann Ludwig Christian Alexander Roeper (* 1862 in Lübeck, † 1932 [oft irrig notiert: 1922] ebendort) sammelte Münzen und Medaillen der norddeutschen und nordwestdeutschen Gebiete einschließlich Westfalens. Da sein besonderes Interesse den Münzen seiner Heimatstadt galt, machte er seine Sammlung Lübecker Prägungen seinem Mitbürger Hermann Behrens zugänglich, der so dieses Material in sein Standardwerk 'Münzen und Medaillen der Stadt und des Bisthums Lübeck, Berlin 1905' einbeziehen konnte. Es existiert ein von F. Weber entworfenes, im Gussverfahren hergestelltes einseitiges rundes Porträtstück auf Roepers 50. Geburtstag am 26.8.1912 (Röhl 310.32, 2). Im selben Jahr fertigte der Münchener Medailleur Karl Goetz eine zweiseitige, ebenfalls im Gussverfahren produzierte Medaille auf die am 28. Oktober gefeierte Silberhochzeit dieses Sammlers und dessen Ehefrau Frieda (Röhl 310.32,1; Kienast 113). Mit Ausnahme der Partie Lübeck wurde Alexander Roepers sehr bedeutende numismatische Kollektion wenige Jahre nach seinem Ableben durch die Firmen Ludwig Grabow in Rostock und Hans Meuss in Hamburg versteigert. Der durch den vorliegenden Katalog dokumentierten Auktion gingen vier Versteigerungen voraus: die Auktionen vom 10.-12.12.1936 und vom 22.-24.4.1937 der Firma Grabow und die Auktion vom 22. bis 23.11.1937 der Firma Meuss. Hinsichtlich seiner Sammlung Lübecker Prägungen hatte Roeper testamentarisch verfügt, dass diese auf Dauer von 15 Jahren nach seinem Tod nicht veräußert werden konnte. Erst im Jahre 1955 entschlossen sich seine Erben zum Verkauf auch dieser Partie, wobei das Lübecker Stadtarchiv als Käufer präferiert werden sollte. Da aber der Stadt nicht hinreichende finanzielle Mittel zur Verfügung standen, sämtliche Lücken in den eigenen Sammlungsbeständen mit diesem Kauf zu schließen, konnte sie nur ausgewählte Stücke, darunter 70 Goldmünzen, mit ihrem zur Verfügung stehenden Budget erwerben. So gelang es dem Kieler Bankhaus Ahlemann wesentliche Teile von Roepers Lübeck-Sammlung, einschließlich etlicher Goldprägungen, zu erwerben.
Auf der Titelseite die dreizeilige Besitzerstempelung Dipl. Ing. / Eberhard Schnuhr / Reg.- u. Baurat. Eberhard Schnuhr (* 1900 in Berlin-Charlottenburg, † 1984) beschritt nach Abschluss eines Studiums, das er dem Wasserstraßenbau gewidmet hatte, eine Beamtenlaufbahn, die ihn u. a. nach Heide in Holstein und schließlich an die Bezirksregierung in Lüneburg führte. Als Oberregierungsrat ging er in Pension. Bereits als Student war er mit der Numismatik in Berührung gekommen und hatte mit dem Münzen sammeln begonnen. Im Laufe der Jahre vertiefte er sich mehr und mehr in diese Materie und wurde zu einem Kenner insbesondere des brandenburg-preußischen Münz- und Geldwesens, der sein numismatisches Wissen in diversen Vorträgen und Veröffentlichungen mit Interessierten teilte. Als Pensionär und langjähriges Mitglied des Vereins der Münzenfreunde in Hamburg betreute er das Münzkabinett des Museums für das Fürstentum Lüneburg in Lüneburg und engagierte sich ebenfalls für das Münzkabinett des Bomann-Museums in Celle. Noch zu seinen Lebzeiten trennte er sich von jenen Teilen seiner Kollektion, die in Düsseldorf anonym zur Versteigerung gelangten (Anders Ringberg Galerie für Numismatik, Auktion 2 vom 11.-13.2.1981, Los-Nrn. 87-727; dto., Auktion 29, Nrn. 224-410; dto., Auktion 30 vom 21.3.1985. [Brandenburg, Preußen, Deutscher Orden]). (Nachruf samt eines Verzeichnisses seiner Veröffentlichungen in: Numismatisches Nachrichtenblatt 33. Jahrgang, 1984, Heft 4, S. 88f).