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Los 7789

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| Schätzpreis | 100 € |
| Zuschlag |
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DR. JACOB HIRSCH, Auktion 13 vom 15.5.1905 u.f.T., München.
Hier als gebundene Fotokopie: Auctions-Catalog einer hochbedeutenden Sammlung Griechischer Münzen aus dem Nachlasse eines bekannten Archäologen. 6 unpaginierte, 292, 6 S. 4627 Nrn., die 58 Tfn. hier außergewöhnlich qualitätvoll reproduziert. Halbeineneinband, wohl des letzten Viertels des 20. Jahrhunders, der Rücken sowie der Deckel goldgeprägt. Beigefügt: Auktion 14 vom 27.11.1905 u.f.T., München. No. XIV. Auctions-Catalog einer bedeutenden Sammlung Griechischer Münzen, dabei bemerkenswerte Serie Gross-Griechenland und Sicilien, und Römischer Münzen nebst numismatischer Bibliothek aus dem Nachlasse des ‚Herrn Franz Merkens in Köln und eines ausländischen Ingenieurs. 6 unpaginierte, 98 S., 19 Tfn. 1666 Nrn. Mit marmoriertem Papier bezogener Pappband, wohl der Zeit, der Papierbezug etwas berieben. 2019 Gramm. (2)
Mit dem imposanten und qualitätvollen Bestand seiner Versteigerung vom 15.5.1913 konnte Jacob Hirsch seine bis dato bedeutendste Auktion formen. Der Sammler ist schon früh identifiziert worden als der aus einer wohlhabenden Athener Familie stammende Athanasios Sergios Rhousopoulos (* 1823, † 1898). Sein Studium hatte er in Konstantinopel, Athen, Göttingen und Berlin absolviert, war Mitglied der Archäologischen Gesellschaft zu Athen und einer der Gründer des dortigen Archäologischen Nationalmuseums. Diese weltgewandte Persönlichkeit mit internationalen Kontakten lehrte als Professor für Archäologie an der Universität Athen, war aber zugleich auch ein Sammler und lizensierter Händler von antiken Münzen und anderen archäologischen Objekten. So verfügte er bereits in den Siebziger Jahren u. a. über eine Kollektion von rund 3000 steinernen Geräten, darunter auch polierte neolithische Äxte vom Peloponnes, die er geschlossen dem Anatom und Physiologen Prof. Dr. George Rolleston in Oxford zu verkaufen gedachte (Michael Fotiadis, Aegean Prehistory without Schliemann, in: Hesperia. The Journal of the American School of Classical Studies at Athens 85, 2016, S. 94). Doch gingen auch etliche repräsentative archäolologische Objekte, beispielsweise kretische oder minoische Siegel oder keramische Gefäße aus griechischem Boden, an große europäische Museen (z. B. Berlin, London). Seine große archäologische Privatsammlung präsentierte er in seinem Athener Anwesen seinen zahreichen Gästen, darunter auch illustre internationiale Persönlichkeiten, Staatsoberhäupter und Forscher.
Franz Merkens (* 1823 in Köln, † 1905 ‚ebendort) stammte aus einer wohlhabenden Kölner Unternehmerfamilie, die sich vornehmlich im Banken- und Versicherungsgeschäft betätigte. Er war Teilhaber der Kölner Bank Seydlitz & Merkens, war Mitglied des Verwaltungsrats der 'Kölnische und Düsseldorfer Gesellschaft für Rhein-Dampfschiffahrt' und hielt Anteile an weiteren Unternehmen, wie Bergbaugesellschaften oder Basaltsteinbrüchen. Neben seinem Wohnsitz in Köln verfügte er über reichen Grundbesitz, und auch über ein aus der Familie seiner Ehefrau stammendes Anwesen in Rhöndorf, dessen Herrenhaus er umgestalten ließ und noch heute unter dem Namen 'Villa Merkens' bekannt ist. Seine Liebe zu seiner Vaterstadt und den Rheinlanden spiegelt sich auch in seiner Mitgliedschaft im Verein der Alterthumsfreunde im Rheinlande wider und ebenso in seinen sammlerischen Betätigungen. Er besaß eine umfangreiche Sammlung archäologischer Fundstücke größtenteils Kölner oder rheinischer Provenienzen, überwiegend aus der römischen Epoche, darunter mehr als 300 Glasgefäße, ferner von Antiquitäten, die z. T. aus dem Besitz seines Schwiegervaters stammten und nicht zuletzt eine numismatische Sammlung, zu der neben antiken Münzen auch mittelalterliche und neuzeitliche Prägungen zählten. Die archäologischen Objekte und Weiteres aus Merkens'schem Besitz versteigerte das Haus Math. Lempertz in Auktion 87 vom 20.- 23.11.1905 in Köln. Seine neuzeitlichen Prägungen, darunter auch eine Serie Kölner Prägungen, brachte die Firma Adolph Hess Nachf. in ihrer Auktion vom 6.-9.11.1905 in Frankfurt am Main zum Aufruf. Die Auflösung seiner antiken Münzen sowie seiner numismatischen Bibliothek besorgte schließlich die Firma Hugo Helbing in ihrer Auktion vom 28.11.1905 und folgende Tage.