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Los 7736

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| Schätzpreis | 70 € |
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ADOLPH HESS NACHF., Sammelband mit den beiden Auktionskatalogen der Sammlung Bruun.
Beinhaltend: Auktion [151] vom 18.-19.5.1914, Frankfurt/M. [Auktions-Katalog 151]. Sammlung des Herrn L. E. Bruun in Kopenhagen: Schwedische Münzen, I. Teil. Vom Mittelalter bis Gustav Adolph. 6 unpaginierte, 74 S. (S. 74 unpaginiert). 35 Tfn. (Tf. I-XXXV, hier am Schluss des Sammelbands, vor den Tfn. von Teil II eingebunden). 991 Nrn. Auktion [152] vom 26.-27.10.1914, Frankfurt/M. [Auktions-Katalog 152]. Sammlung des Herrn L. E. Bruun in Kopenhagen: Schwedische Münzen, II. Teil. Von Christine bis zur Gegenwart. 4 unpaginierte S. (Vorspann), S. 75-168, 1 Blatt, 46 Tfn. (Tf. XXXVI-LXXX, hier am Schluss des Sammelbands, hinter den Tfn. von Teil I eingebunden). Nrn. 992-2347. Halbleineneinband, wohl des letzten Viertels des 20. Jahrhunderts, mit kaschierten Eckbezügen und goldgeprägtem Rücken. Attraktives Exemplar von exquisitem Zustand. 1895 Gramm.
Lars Emil Bruun (* 1852 in der Kirchspielgemeinde Havdrup bei Kopenhagen, ‚† 1923 in Monte Carlo, Fürstentum Monaco) arbeitete nach seiner Ausbildung zum Handelskaufmann zunächst bei diversen größeren Unternehmen, bevor er 1883 eine eigene Firma gründete, die auf das Verpacken von Butter und zugleich auf den Großhandel von diesem Produkt ausgerichtet war (Dansk biografisk leksikon, Kopenhagen 1979, S. 611f). Sein Interesse für die Numismatik bestand bereits in seiner beruflichen Lehrzeit. Damals hatte er schon einen bescheidenen Bestand von Münzen zusammengetragen, der im Jahr 49 Silber- und 87 Kupfermünzen diverser Länder umfasste. Mit dem Steigen seiner Einkünfte wuchsen auch seine numismatische Kollektion und zugleich seine Aktivitäten im numismatischen Markt. So erwarb er an der bedeutenden Versteigerung der Sammlung von Christian Jürgensen Thomsen (1873-1876) mittelalterliche Prägungen. Doch erst nach Gründung seiner eigenen Firma und deren erfolgreicher wirtschaftlicher Entwicklung boten sich für Lars Emil Bruun die Möglichkeiten, seine Sammlung im großen Stil und unter qualitativen Kriterien massiv zu erweitern und auszubauen. Sein Augenmerk legte er inbesondere auf das historische Geld, aber auch die Medaillen Dänemarks, Schleswigs und Holsteins, Norwegens, Schwedens und der Britischen Inseln (letztere ausgehend von den dortigen wikingerzeitlichen skandinavischen Münzherren) und fügte seiner Sammlung darüber hinaus numismatische Zeugnisse aus weiteren Gebieten hinzu, u. a. auch Münzen der Antike. Zu Lebzeiten trennte sich Bruun im größeren Umfang lediglich von jenen Stücken seiner Sammlung, die 1914 bei Adolph Hess Nachf. versteigert worden sind. Noch 1922 erwarb er geschlossen die wohl ab der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert durch Lehnsgraf Preben Bille-Brahe (*1773 in Odense, † ‚1857 in Hvedholm) und seinen Nachfahren aufgebaute hochbedeutende numismatische Sammlung (https://lebruun.com/catalog/history/). Nach Bruuns Ableben gingen seine Münzen unterschiedliche Wege. Gemäß seiner Verfügung ging nach seinem Tode eine rund 19.000 Stücke umfassende Gruppe von Münzen und Medaillen Dänemarks, Schlewigs und Holsteins, Norwegens sowie der dänischen Herrscher Northumberlands, East Anglias und Irlands, ferner auch Papiergeld und seine numismatische Bibliothek als ein auf die Dauer von 100 Jahren festgelegtes Legat an das Königlich-Dänische Münzen- und Medaillenkabinett auf Schloss Frederiksborg überlassen wurde. Andere numismatische Sammlungsteile aus Bruuns Besitz gelangten bald nach seinem Hinscheiden in den numismatischen Markt. Bei Sotheby's kamen vom 18. bis 22. Mai 1925 in London 965 Lose mit Münzen des antiken Britanniens, der Angelsachsen, England, Schottlands sowie der britischen Kolonien zur Auflösung. Daran schloß sich vom 25. bis 27. Mai desselben Jahres eine weitere Auktion dieses Hauses an, die in 443 Losen Münzen des antiken Griechenlands und Roms, des mittelalterlichen und neuzeitlichen Europas sowie Medaillen beinhaltete. Holger Hede in Kopenhagen hatte am 12. Oktober 1925 und folgende Tage schließlich das Privileg, aus Bruuns Nachlass Münzen und Medaillen Skandinaviens in 6241 Losen zu versteigern. Dabei handelte es sich im Wesentlichen um Dubletten, die nach dem Ankauf der Sammlung Bille-Brahe angefallen waren.