eLive Auction Literatur 2025 - Tag 2 (Lose 6707 - 7407)
Beendet

Monographien, Sammelwerke und Aufsätze: Deutschland und alle Welt, Orden und Ehrenzeichen

NUMISMATISCHE LITERATUR ZEITSCHRIFTEN UND REIHEN

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Schätzpreis 1.500 €
Zuschlag 2.000 €

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ILLUSTRIRTER ANZEIGER ÜBER GEFÄLSCHTES PAPIERGELD UND UNÄCHTE MÜNZEN,

fortgeführt 1878-1903 als ILLUSTRIERTER ANZEIGER FÜR CONTOR UND BUREAU, seit 1904 als ILLUSTRIERTER ANZEIGER [etc.]. In 14 Einbänden vereinte lückenlose Folge von 57 Jahrgängen (1865-1921). Orig.-Ganzleineneinbände mit Rücken- und Deckelprägungen in Schwarz und Gold (4 Exemplare, beinhaltend die Jahrgänge 1865-1876), Halbledereinbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild (8 Exemplare, beinhaltend die Jahrgänge 1877-1912). und Halbleineneinbände mit goldgeprägtem Rückenschild (2 Exemplare, beininhaltende die Jahrgänge. Auf den Rücken sämtlicher Bände je ein bedrucktes bibliothekarisches Standortetikett. Ohne größere Defekte, mitunter einige leichte Läsuren an einigen Kapitalen, der Band mit den Jahrgängen 1906-1912 an Rücken beschabt. Diesem Los kommt mit seinen 57 von insgesamt 58 erschienenen Jahrgangen eine erhebliche Bedeutung zu. 12709 Gramm. (14)

6616Diese Zeitschrift, die seit 1877 mit erweiterter Thematik unter dem Titel 'Illustrirter Anzeiger für Contor und Bureau' erschien, war vom Buchdruckereibesitzer und Verleger Adolf Henze (* 1814, † 1883) gegründet worden (https://wortblende.com/2014/11/24/uber-neustadter-verleger/), der sein Unternehmen 1856 in Neuschönefeld eröffnet hatte. 1871 ließ er zudem in Leizig-Neustadt eine Druckerei errichten. Zu dieser Produktionsstätte kam später eine Verlagsbuchhandlung hinzu. Zeitgenossen galt er als Gründer der modernen Chirogrammatomanie (Handschriftendeutung). Als sächischer Kommissionsrat und Commerzienrat leitete er auch das 'Zentralbüreau für gerichtliche Schriftvergleichung' (C. Kehr, Geschichte der Methodik des deutschen Volksschulunterrichts, 4. Band, 2. Auflage, Gotha 1889, S. 95). Seine Schriftgutachten wurden von zahlreichen Gerichten deutscher Staaten und der späteren Bundesstaaten herangegezogen. Nach seinem Ableben im Dezember 1883 übernahm sein Sohn Artur Henze die Weiterführung dieser Reihe, wobei er in der Titelei als Herausgeber der Ausgaben bis Februar 1884 noch seinen Vater (also über dessen Tod hinweg) auswies und erst seit dem Folgemonat statdessen seinen eigenen Namen aufs Papier brachte.
Die abgebildeten falschen Münzen sind bis einschließlich Heft 1, 1879 im Prägedruckverfahren reliefiert reproduziert und je nach ihrer Oberfläche gold-, silber- oder kupferfarben gefasst worden. Später dokumentierte man die Falsifikationen ausschließlich in zweidimensionalen Abbildungen in Schwarzweiß. Des Weiteren finden sich sowohl in den unter dem ursprünglichen Titel als auch in den unter dem Nachfolgetitel herausgegebenen Ausgaben dieses Periodikums Reproduktionen von falschen Geldscheinen, Wechseln, Wertpapieren und anderer manipulierter Dokumente. 1922 erschien die letzte Ausgabe (siehe Clain-Stefannelli Nr. 599). Vermutlich führte die Inflation zur Einstellung dieses langjährigen Periodikums.

Das 1924 gegründete Periodikum 'Internationales Organ für Erkennungszeichen echter und gefälschter Banknoten und anderer Werte' griff den ursprünglichen thematischen Kern dieser Reihe wieder auf, siehe unsere Kat.-Nr. 6616.