eLive Auction Literatur 2025 - Tag 2 (Lose 6707 - 7407)
Beendet

Monographien, Sammelwerke und Aufsätze: Deutschland und alle Welt, Orden und Ehrenzeichen

NUMISMATISCHE LITERATUR MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE

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Schätzpreis 300 €
Zuschlag 320 €

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MEDAILLEN, PLAKETTEN, JETONS HABICH, G.

HABICH, G.

Die Medaillen der italienischen Renaissance. Stuttgart/Berlin 1923. XII, 168 S., 100 Tfn. Orig.-Ganzleineneinband im Groß-Oktavformat. Das vordere fliegende Vorsatzblatt und das Vortitelblatt mit einigen Knickspuren, ansonsten ein Exemplar von ordentlichem Zustand.

Recto auf dem Vortitelblatt in Bleistift der Besitzername Otto Kurz sowie ein in englischer Sprache formulierter, ebenfalls in Bleistift notierter Hinweis auf die von [Wilhelm von] Bode erstellte Rezension dieses Buches in der Zeitschrift für Numismatik 34 (1924). Der hier ausgewiesene Bucheigner dürfte identisch sein mit dem aus einem jüdischen Elternhaus stammenden Kunstwissenschaftler Otto Kurz (* 1908 in Wien, gestorben 1975 in London). Nach seinem Studium der Kunstgeschichte und Klassischen Archäologie an der Universität seiner Geburtsstadt und seiner Promotion im Jahre 1931 arbeitete er zunächst am Österreichischen Institut für Geschichtsforschung in Wien, um 1932 in Hamburg eine Stelle an der gegründeten Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg anzunehmen, einer von Aby Warburg (* 1866 in Hamburg, gestorben 1929 ebendort) gegründeten Einrichtung, die sich nach wenigen Jahren auch zu einer Forschungsinstitution etabliert hatte. Der Aufenthalt unseres jungen Gelehrten in der Hansestadt währte indes nur für eine recht kurze Zeit, da angesichts der Machtübernahme der Nationalsozialisten diese Institution, an der etliche jüdische Mitarbeiter angestellt waren, samt eines Gros des Bibliotheksbestandes Ende 1933 nach London verlagert wurde, was mit Billigung und Förderung des Bruders ihres Gründers, des in die U.S.A. emigrierten Max Moritz Weinberg, dessen Familie und diverser britischer Unterstützer gelang. Neben Friedrich Saxl (* 1890 in Wien, † 1949 in Dulwich bei London) und Gertrud Bing (* 1892 in Hamburg, † 1964 in London), den Leitern dieser Einrichtung, hatten die weiteren Mitarbeiter, die Gelegenheit, nach England überzusiedeln, ihre frühere Tätigkeit am neuen Standort wieder aufzunehmen und dort in der Forschung weiter tätig zu sein. Auch Otto Kurz nutzte diese Chance und konnte nach seiner Übersiedlung 1934 seine wissenschaftliche Laufbahn an der sodann als Warburg Society bezeichneten Einrichtung fortsetzen. Nachdem er 1943 zu ihrem Zweiten Bibliothekar ernannt worden war, erlebte er die Verknüpfung der Warburg Society und ihrer Bibliothek mit der Londoner Universität im Folgejahr und die Weiterentwicklung zum international renommierten Warburg Instituts. 1940 wurde ihm die Stelle des Ersten Bibliothekars übertragen. In seiner Forschung widmete er sich insbesondere der Kunst der Renaissance und des Barocks sowie Themen aus der Kulturgeschichte sowohl des Abend- als auch des Morgenlandes, wobei ein Schwerpunkt seines Interesses auf den transkulturellen Kontakten und der Beachtung der sich daraus resultierenden Adaptionen von Bildmotiven lag. Die British Academy nahm ihn 1962 als Fellow in ihre Reihen auf, die Universität London ernannte ihn 1965 zum Professor für das Nachleben der Antike mit besonderer Berücksichtigung des Nahen Ostens. (Ernst H., Gombrich, Artikel: 'Kurz, Otto', in: Neue Deutsche Biographie Band 13, 1982, S. 337; Ders., Otto Kurz, 1908–1975. In: Proceedings of the British Academy. Band 65, 1980, S. 719–735).