Monographien, Sammelwerke und Aufsätze: Deutschland und alle Welt, Orden und Ehrenzeichen
Los 6740

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BAHRFELDT, E.
Das Münzwesen der Mark Brandenburg unter den Hohenzollern bis zum Großen Kurfürsten, von 1415 bis 1640. Berlin 1895. VI, 570 S. 1 Blatt, einige Abb. im Text, 25 Tfn. Brauner Halbledereinband der Zeit, mit goldgeprägtem Rücken und schwarzgeprägter Zierrahmung des Vorderdeckels, die Vorsätze aus weißem Moirépapier. Die Buchdecke etwas berieben, innen ältere Verstärkungen der beiden Gelenke. Beigefügt: DERS. Das Münzwesen der Mark Brandenburg unter Friedrich Wilhelm, dem Grossen Kurfürsten, und Kurfürst Friedrich 3. 1640-1701. Berlin 1913. XII, 174 S., 27 Tfn. Einband aus dunkelblauem Halbleinen, wohl des zweiten Drittels des 20. Jahrhunderts, mit textilen Eckbezügen und goldgeprägtem Rückentitel. Die Deckel außen mit grauem Elefantenhautpapier bezogen. 6458 Gramm. (2)
Recto auf dem fliegenden Blatt des vorderen Vorsatzes ein gezähntes bededucktes Etikett der Privatbibliothek des italienischen Königs Vittorio Emanuele III (PROPRIETÀ PRIVATA DI SUA MAESTÀ IL RE VITTORIO EMANUELE III) mit einem maschinengeschriebenen bibliothekarischen Standortvermerk. Recto auf dem Titelblatt die Stempelung des Königsmonogramms, bestehend aus den mit einer Krone überhöhten Namensinitialen V und E. Vittorio Emanuele von Savoyen (* 1869 in Neapel, † 1947 in Alexandria, Ägypten) folgte seinem Vater auf den italienischen Königsthron und blieb bis 1946 in seinem Amt. Bereits in jungen Jahren entwickelte er ein lebhaftes Interesse an der Geschichte und Numismatik. Er war 1892 Gründungsmitglied der Società numismatica italiana. Der damalige Kronprinz und Anwärter auf den Thron wurde 1897 Ehrenpräsident dieser Gesellschaft. Mit großer Hingabe widmete er sich seit 1896 dem Aufbau einer eigenen Privatsammlung italienischer Münzen seit dem Untergang des Weströmischen Imperiums und auch deren Katalogisierung. Bereits im Jahre 1898 soll er nicht weniger als 18.000 numismatische Stücke besessen haben (Numismatisch-sphragistischer Anzeiger S. 47). An der Erstellung des Corpus Nummorum Italicorum, das zwischem 1910 und 1943 erschien, war er sowohl finanziell als auch inhaltlich beteiligt. Noch vor seinem Rückzug ins ägyptische Exil überließ er dem italienischen Staat 1946 seine private numismatische Kollektion mit rund 110.000 Prägungen. Dieser Bestand, der durch Diebstähle während des Zweiten Weltkrieges Verluste erfahren hatte, wird heute vom Münzkabinett des Museo Nazionale Romano in Rom bewahrt. Als engagierter Sammler war Vittorio Emanuele auch früh bedacht gewesen, eine private Bibliothek mit einschlägiger Fachliteratur aufzubauen.