eLive Auction Literatur 2025 - Tag 1 (Lose 6001 - 6706)
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Monographien, Sammelwerke und Aufsätze: Allgemeine Numismatik und Antike

NUMISMATISCHE LITERATUR MONOGRAPHIEN, SAMMELWERKE UND AUFSÄTZE

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ANTIKE - ALLGEMEIN HAYM, N.F./CHRISTIANI, A. [conte de].

HAYM, N.F./CHRISTIANI, A. [conte de].

Thesauri Britannici pars prima, seu museum numarium, complexum numos graecos, et latinos omnis metalli, et formae necdum editos. Wien (Georg Ludwig Schulz) 1762. Frontispiz, 16 unpaginierte, 296, 8 unpaginierte S., 30 gefaltete Tfn. Dekesel/Dekesel-De Ruyck H165 (Vol. I). Beigebunden: CHRISTIANI, A. [conte de]. Adpendicula ad numismata graeca populorum et urbium a Iacobo Gesnrero tabulis aeneis repraesentata. Wien (Georg Ludwig Schulz) 1762. 80 S., 2 gefaltete Tfn. Dekesel/Dekesel-De Ruyck C370. DERS. Materia tentaminis publici. Wien (Georg Ludwig Schulz) 1762. 32 unpaginierte S. Dekesel/Dekesel De Ruyck C371. Ganzledereinband der Zeit im Quartformat, auf 5 Bünden, Goldschnitt, der Rücken und die Deckel goldgeprägt. Die Vorsätze aus marmoriertem Papier. Vereinzelt kleinere Fehlstellen am ledernen Bezug der Buchdecke. 2306 Gramm.

Der Musiker, Komponist, Librettist und numismatische Autor Nicola Francesco Haym (auch: Haim) (* 1678 in Rom, † 1729 in London) hatte in der Sprache seines Geburtslandes einen zweibändigen Katalog antiker Münzen aus britischen Sammlungen verfasst, der unter dem Titel 'Tesoro Britannico' 1719 und 1720 in London erschienen ist.
Eine Bearbeitung dieses Werks in lateinischer Sprache erschien mehr als eine Generation später. Die Bearbeitung des ersten, 1762 verausgabten Bandes, besorgte der damals in Wien lebende italienische Graf Aloisio Cristiani, Band II wurde unter Christianis Mitwirkung unter der Direktive von Joseph Khell von Khellburg zur Veröffentlichung vorbereitet und in zwei Druckversionen 1764 bzw. 1765 herausgegeben.

Auf dem Spiegel des Vorderdeckels ein Exlibris für den Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Bartholomäus Anton Migazzi, Graf zu Wall und Sonnenthurm (*1714 in Trient, † 1803 in Wien), auf dem marmorierten Vorsatzblatt die Spuren eines herausgelösten Zettels (wohl eines einst vorhandenen weiteren Exlibris).

Recto auf dem fliegenden Vorsatzblatt der handschriftliche, wohl auch ins 18. Jahrhundert zu datierende gräfliche Besitzereintrag Ex Libris Comitis Petro Czap[..., unleserlich].

Auf der Titelseite der handschriftliche Besitzeintrag Bibliothecae Vaciensis Schol Piar (i. e.: der Biblothek des Ordens der Piaristen [korrekt: Ordo Clericorum Regularium Pauperum Matris Dei Scholarum Piarum) zu Vac [zugehörig]). Die Piarisiten widmeten sich vorrangig der schulischen Lehre und zeigten im 18. Jahrhundert eine gewisse Offenheit für aufklärerische Ideen. Ihr Stellenwert im Schulwesen des Habsburgerreiches wuchs erheblich infolge der Aufhebung des Jesuitenordens anno 1783. Eines ihrer Zentren in Ungarn befand sich in Vácz (deutsch: Waitzen), unweit von Buda (Ofen) gelegen.

Auf der unbedruckten Rückseite des Frontispizblattes die in ungarischer Sprache gefasste, wohl aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammende Rundstempelung eines öffentlichen Bibliothekszentrums.

Unterhalb des Exlibris ein altes, wohl ins 19. Jahrhundert zu datierendes Standortetikett der Bibliothek des Hauses der Gnaden und Lehrer in Vácz (A váczi kegyes-tanitórendi ház könyvtara).