Monographien, Sammelwerke und Aufsätze: Allgemeine Numismatik und Antike
Los 6074

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BEGER, L.
De Nummis cretensium serpentiferis disquisitio antiquaria. Qua Cretensium ab Asia, Asiaticorumque à Serpentibus credita Origo adstruitur: Indeque & Numismatibus serpentiferis Antonii et Augusti, Aliorumque sua Lux affunditur. Köln an der Spree (Ulrich Lieprecht) 1702. 35 S., Titel-, Kopf- und Schlussvignetten, diverser Textkupfer. Dekesel/Dekesel-de Ruyck B221. Steifbroschur im knappen Groß-Quartformat, mit Rauhschnitt, wohl des letzten Drittels des 20. Jahrhunderts. Die Buchdecke außen gänzlich mit Tuschepapier bezogen. 338 Gramm.
Lorenz Beger (* 1653 in Heidelberg, † 1705 in Berlin) widmete sich an der Universität Heidelberg zunächst dem Studium der Theologie, verlegte sich aber dann auf die Rechtswissenschaften, in denen er 1675 das Lizentiat erwarb. Seine erste berufliche Beschäftigung fand er als Bibliothekar in Heidelberg am Hofe Pfälzer Kurfürsten Karl I. Ludwig. Bald darauf wurde ihm dort auch die Betreuung der fürstlichen Sammlung von geschnittenen Steinen und Münzen übertragen. Zu seinen Obliegenheiten zählten auch die Erstellung eines Katalogs der herrschaftlichen Antikensammlung mit dem Titel 'Thesaurus ex Thesauro Palatino selectus', der 1685 erschien. Die von Beger betreute Sammlung gelangte nach dem Ableben seines kurfürstlichen Arbeitgebers infolge von Erbverträgen in den Besitz von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg, der sie in die kurfürstlich-brandenburgische Kollektion einverleibte. Doch nicht nur die Sammlungsobjekte fanden eine neue Heimat, sondern auch ihr Kustos. Beger siedelte nach Berlin über, wo er 1686 die Stelle als Antiquar der Sammlungen und Zweiter Bibliothekar der Bücherbestände am Hofe Friedrich III, von Brandenburg übernahm. Ab 1688 betreute und leitete Beger dort das Antikenkabinett und erhielt 1693 den Posten als Oberaufseher der gesamten kurfürstlichen Kunst- und Raritätenkammer, den er bis zu seinem Ableben kenntnisreich versah (Friedrich von Kenner, in: Allgemeine Deutsche Biographie, Band 2, Leipzig 1875, S. 271 f). In dieser selbstständigen Schrift widmete sich Beger den antiken Münzen mit Schlangendarstellungen.