Auktion 418
Beendet

Geprägte Geschichte des Dreißigjährigen Krieges und des Westfälischen Friedens | Numismatische Raritäten aus aller Welt

Bieten


Schätzpreis 50.000 €
Zuschlag 130.000 €

Dieses Los steht nicht mehr zum Verkauf.

DEUTSCHE MÜNZEN UND MEDAILLEN AUS DER ERSTEN HÄLFTE DES 17. JAHRHUNDERTS. SCHLESIEN. DAS HERZOGTUM LIEGNITZ-BRIEG. Johann Christian und Georg Rudolf, 1602-1621  
Hier geht's zur Video-Besichtigung
Portugalöser zu 10 Dukaten 1617, Reichenstein. 34,67 g. Stempelschneider Hans Rieger aus Breslau. [dreiKringel übereinander] D : G [dreiKringel übereinander] IOHAN [dreiKringel übereinander] CHRIST [dreiKringel übereinander] ET [dreiKringel übereinander] GEORG [dreiKringel übereinander] RVD [dreiKringel übereinander] FRAT [dreiKringel übereinander] Die reichverzierten breiten Brustbilder der beiden Piastenfürsten im Mannesalter im Habit der Spätrenaissance einander gegenüber auf einer mit Ornamenten geschmückten Sockelleiste, am äußeren Rand ein geknüpfter Ährenkranz als Einfassung//DVC • SIL • LIGNIC • ET • BREGEN (Signatur BH verbunden, Münzmeister Burkhard Haase) ° 617. Dreifach behelmtes, vierfeldiges Wappen, umher verschlungene Schmuckgirlanden, am äußeren Rand ein geknüpfter Ährenkranz als Einfassung. F. u. S. 1505; Fb. 3179 ("Very rare", dieses Exemplar).
GOLD. Einziges Exemplar im Handel. Fehlt in allen großen Ausbeutesammlungen.
Vorzügliches Exemplar mit schöner alter Goldtönung
Exemplar der Auktion Fritz Rudolf Künker 100, Osnabrück 2005, Nr. 455.
Im Gegensatz zu den ebenfalls extrem seltenen 10 Dukaten-Stücken der Jahre 1609-1611, deren Bilder die beiden Fürsten im jugendlichen Alter zeigen und deren Rückseiten in der Wappendarstellung vollständig abweichen, ist von dem hier vorliegenden Exponat keine Silberemission bekannt.
Über den Anlaß dieser Goldausprägung kann nur spekuliert werden. 1616 bis 1617 ließ der Münzmeister Burkhard Haase in Reichenstein von anderen Stempeln Portugalöser prägen, die auf der Rückseite mit dem Hinweis auf die Reichensteiner Goldausbeute versehen waren. Von dieser Emission ist der Nachwelt nur ein Exemplar erhalten geblieben, das sich im Museumsbesitz befindet (Berlin). Es ist denkbar, daß die Heraldik dieser Emission den Fürsten mißfiel, so daß ein zweiter Stempel angefertigt werden mußte, der in seiner Rückseitendarstellung dem Geschmack des Fürstenhauses entsprach.
Das vorliegende prächtige Schaustück schlesischer Handwerkskunst wurde am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges geprägt. Der Krieg sollte auch Schlesien nicht vor Not und Zerstörung bewahren. Einer der hier abgebildeten Fürsten - Herzog Georg Rudolph von Liegnitz - überlebte den Krieg und starb hochbetagt im Jahr 1653. Das hier vorliegende Goldstück ist das letzte seiner Art aus diesem Fürstenhaus. Bis zum Aussterben des Piastengeschlechtes im Jahr 1675 wurden keine weiteren Portugalöser geprägt.