Die Münzen des Bistums und der Reichsstadt Regensburg - Eine bedeutende Spezialsammlung
Los 3318

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DIE REICHSSTADT REGENSBURG. DIE ZEIT DES KAISERS FRANZ II., 1792-1806. Kurantmünzen aus der Zeit des Kaisers Franz II.
Konv.-Taler 1801/1802, mit Titel von Franz II. 28,09 g. Münzmeister Georg Christoph Busch. Stempelschneider der Vorderseite Johann Leonhard Zöllner, der Rückseite Nikolaus Körnlein. Beckenb. 7121; Dav. 793; Kahnt 393; Slg. Bach (Auktion Künker 238) 4935; Thun 273.
RR Prachtexemplar. Kl. Rändelungsfehler, vorzüglich-Stempelglanz
Der Konv.-Taler 1801/1802 zeigt eine für Regensburg völlig ungewöhnliche Vorderseite: Die Angabe von zwei Jahreszahlen, die einmalige Umschrift und der über das Stadtwappen gesetzte Reichsadler. Literarische Angaben über den Anlaß zu einer solchen Gestaltung fehlen, aber die politischen Ereignisse dieser beiden Jahre legen eine Deutung nahe: Der Frieden von Lunéville 1801 schuf die Voraussetzungen für die Zusammenlegung der vielen Klein- und Kleinststaaten Deutschlands zu größeren politischen Gebilden. Auch die Reichsstädte sollten, bis auf wenige, ihre Selbständigkeit verlieren. Nachdem schon 1801 auf Verlangen des Erzherzogs Karl die Reichsstadt Regensburg neutralisiert worden war, wurde der Reichsdeputation 1802 ein Plan vorgelegt, wonach acht Reichsstädte, darunter Regensburg, als solche erhalten bleiben sollten. Diese Hoffnung mag die Stimmung erzeugt haben, die den Konventionstaler entstehen ließ. Allerdings trog die Hoffnung: Schon wenige Monate später sah ein neuer Aufteilungsplan vor, daß Regensburg nicht Reichsstadt bleiben sollte, und am 12. November 1802 verkündete der Magistrat den Regensburger Bürgern, die Stadt sei dem Kurerzkanzler Carl von Dalberg zugeeignet worden.