Münzen der antiken Welt, u. a. die Sammlung eines Connaisseurs (römische Münzen) und die Sammlung Dr. Albrecht Ullrich (spätrömische Goldmünzen)
Los 5210

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| Schätzpreis | 3.000 € |
| Zuschlag |
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MÜNZEN DER RÖMISCHEN KAISERZEIT. Augustus, 30 v.-14 n. Chr.
AR-Denar, 17 v. Chr., unbestimmte Münzstätte (Cyzicus ?); 3,68 g. Kopf r. im Eichenkranz// Kandelaber in einem mit zwei Paterae und zwei Bucrania geschmückten Kranz. BMC 684; Coh. 2 (Gaius Caesar); RIC² 540.
RR Hübsche Patina, winz. Kratzer, sonst vorzüglich
Exemplar der Auktion Fritz Rudolf Künker 71, Osnabrück 2002, Nr. 671 und der Auktion NAC 101, Zürich 2017, Nr. 76.
Es wird gelegentlich auch heute noch die Auffassung Cohens vertreten, das Porträt der Vorderseite stelle den Enkel des Augustus, Gaius Caesar dar, obwohl diese Deutung sowohl im BMC als auch im CBN und im RIC² längst widerlegt ist. Das Porträt der Vorderseite ist sicher jugendlich, ein dreijähriger Knabe (Gaius Caesar wurde im August oder September 20 v. Chr. geboren) ist aber bestimmt nicht dargestellt. Das Stück feiert die ludi saeculares, die in der Nacht zum 1. Juni 17 v. Chr. eröffnet wurden und drei Tage und drei Nächte dauerten: der Kandelaber bezieht sich sicher auf die nächtlichen Feiern, der Kranz mit den Paterae und Bucrania spielt möglicherweise auf die Feiern am Tage an, denn Rinder wurden von Augustus und Agrippa nur am 1. und 2. Juni tags geopfert (vergl. Sutherland, The date and the significance of the candelabrum coins of Augustus, in: Classical Review 54, 1944, S. 46 ff.).
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