Münzen und Medaillen aus Antike, Mittelalter und Neuzeit u.a. aus der Sammlung Dr. Friedrich-Karl Günther
Los 6017

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Æs, 50/40 v. Chr.; 1,84 g. LVXTIIPIOS Kopf r.//Pferd r., darüber Kugelkreuz. Depeyrot Figure 8. Von allergrößter Seltenheit. Etwas korrodiert, min. Auflagen, fast sehr schön
Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.
Exemplar der Auktion Münz Zentrum 104, Köln 2000, Nr. 55.
Bei der auf dem Avers dargestellten Person handelt es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um einen der Lucterii, einen Anführer der Karduker. Diese siedelten im Südwesten Frankreichs in der heutigen Region Quercy und waren Klienten der Arverner. Lucterius war im Gallischen Krieg auf Seiten des Vercingetorix beteiligt, für den er unter anderem als Legat zu den Rutenern reiste, um auch diese für die Sache des Vercingetorix zu gewinnen (Caesar, bellum Gallicum, 7, 7). Selbst nach der Niederlage der Gallier bei Alesia führte Lucterius den Krieg gegen Caesar im Guerillastil fort, jedoch ergab er sich schließlich mit seinen Mitkämpfern bei Uxellodunum, wobei sein Leben allerdings verschont wurde. Im Gegensatz zu Drappes hatte sich Lucterius angeblich auch nicht sehr für den Krieg engagiert. Daraufhin erhoffte er sich Zuflucht bei den Arvernern, die ihn jedoch an Rom auslieferten (Caesar, bellum Gallicum, 8, 39-44). Wahrscheinlich wurde Lucterius, weil er sich im Krieg eben doch zurückgehalten hatte, begnadigt. Seine Familie spielte auch nach dem Krieg bei den Kardukern eine bedeutende Rolle. Es gibt mit dem Namen Lucterius Silber- und Bronzemünzen. Die Silbermünzen datiert Georges Depeyrot in die Zeit des Gallischen Krieges, während die Bronzemünzen (so auch das vorliegende Stück) wohl nach dem Krieg entstanden sind. Prägeherr der Bronzemünzen dürfte entweder der begnadigte Lucterius des Bellum Gallicum oder sein Sohn sein. Siehe Depeyrot, G., Le dossier Luctérius, les Cadurques, Rome, Vichy, in: Annales des XXIXe Rencontres Archeologiques de Saint-Cere 28 (2021), S. 51-65.