Auktion 439 - Teil 1 (Lose 2001 - 2534)
Startet in 1 Monat(en) 8 Tag(en)

Goldprägungen aus aller Welt, besonders Dänemark, Habsburg, Malta und Sachsen

u. a. aus der Sammlung des Kommerzialrates Dr. Herbert Wenzel (Habsburg) und einer Sammlung aus adeligem Privatbesitz


Deutsche Münzen ab 1871, u. a. aus der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden

DEUTSCHE MÜNZEN UND MEDAILLEN SAYN

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Schätzpreis 7.500 €
Startpreis 6.000 €

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MEDAILLEN MIT BEZUG ZUM HAUSE SAYN

Goldmedaille 1999, von C. Theumer, auf das 25jährige Jubiläum des Fördervereins von Schloss Homburg und Ludwig I. Graf von Sayn zu Wittgenstein. 42,76 mm; 74,84 g. Ansicht von Schloss Homburg//Brustbild nach l., darunter Lebensdaten. Mit Randschrift "B. H. MAYER PFORZHEIM" und "999". Von allergrößter Seltenheit. Stempelglanz

Die vorliegende Medaille, hergestellt von der bereits 1871 gegründeten Kunstprägeanstalt B. H. Meyer (heute B.H. Mayer’s IdentitySign), zeigt Ludwig I. von Sayn zu Wittgenstein. Ab 1558 regierte der Graf die gleichnamige Grafschaft Wittgenstein. Zu dieser gehörte auch die Reichsherrschaft Homburg, auf welche das Herzogtum Berg jedoch ebenfalls Ansprüche erhob. Ludwig I. gilt als bedeutender Vertreter der Reformation. Der humanistisch gebildete Graf suchte europaweit den Austausch mit Gleichgesinnten, förderte den Calvinismus und tat sich durch die Herausgabe von Gesetzen und Rechtsordnungen hervor. Die umfangreichen Tagebücher Ludwigs I. und seine Korrespondenz sind für die Geschichtswissenschaft von großem Wert und bieten einen wichtigen Einblick in die Geistes- und Politikgeschichte des späten 16. Jahrhunderts. Mit dem Tod des Grafen kam es 1605 zur sogenannten "Wittgensteiner Teilung". Das Territorium der Reichsherrschaft Homburg ging in den Besitz seines ältesten Sohnes Georg über, der die Linie der Grafen zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg gründete.

Schloss Homburg, vermutlich im 13. Jahrhundert erbaut, wurde ab 1635 von Graf Ernst zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg zu einem Barockschloss umgestaltet. Dieser machte die Herrschaft Homburg seinem Bruder Ludwig Casimir streitig und begründete in der Folge seine eigene Linie Sayn-Wittgenstein-Homburg. Die Umbaumaßnahmen stellten eine immense finanzielle Belastung für die kleine Herrschaft dar und trieben die Steuerlast für die Einwohner in die Höhe. 1743 verstarb der letzte Nachkomme der Homburger Eigendynastie, worauf die Herrschaft Homburg wieder an das Stammhaus Sayn-Wittgenstein-Berleburg zurückfiel. Heute beheimatet das Schloss ein Museum, das ebenso wie der umliegende Schlosspark auf beeindruckende Weise den prunkvollen Gestaltungswillen der Barockzeit dokumentiert.