Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 273

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| Schätzpreis | 2.500 € |
| Startpreis | 2.000 € |
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AR-Drachme, 300/270 v. Chr.; 5,37 g. Herakopf l. mit Polos//Labyrinth zwischen A-P. Slg. Traeger (Auktion Künker 136) -; Svoronos 70. RR Dunkle Patina, sehr schön
Exemplar der Sammlung Antike Münzen aus adeligem Privatbesitz (abgeschlossen vor dem Ersten Weltkrieg).
Etwa 6 Kilometer südlich von Heraklion liegen die Ruinen von Knossos, Kretas zweifellos größte und berühmteste Stadt der Antike, Hauptstadt des mythischen Königs Minos und vorherrschende Stadt der Insel während der überwiegenden Zeit der klassischen und hellenistischen Epoche. Knossos ist eng verbunden mit den mythischen Erzählungen von Daidalos und Ikaros, Theseus und Ariadne, Minos und Pasiphae sowie dem Minotauros und dem kretischen Labyrinth. Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Arthur Evans ausgegrabene Palastanlage von Knossos, die von einigen Wissenschaftlern mit dem kretischen Labyrinth gleichgesetzt wird, gilt als bedeutendste Sehenswürdigkeit Kretas. Knossos zählte zu den bedeutendsten Münzstätten auf Kreta, wo in der Mitte des 5. vorchristlichen Jahrhunderts kurz nach dem Prägebeginn in Gortyn und Phaistos mit der Ausgabe von Silbernominalen begonnen wurde. Vom Beginn der Prägetätigkeit bis in die Römerzeit stellte die Abbildung eines Labyrinthes auf den Münzen von Knossos das Hauptmotiv dar. Zunächst in Verbindung mit anderen Darstellungen der kretischen Mythologie, mit denen die Stadt ihre Vergangenheit propagierte, und zuletzt auf Geprägen mit der Darstellung römischer Kaiser belegte das Labyrinth über einen Zeitraum von 5 Jahrhunderten seine herausragende Bedeutung für das antike Knossos. Etwa um 320 v. Chr. setzte in Knossos als erste Münzstätte auf Kreta die Prägung von Bronzemünzen ein, auf denen zunächst ausschließlich Köpfe von Göttern wie Zeus, Apollon oder Artemis dargestellt wurden. Ab 300 v. Chr. findet sich dann auch auf den Bronzemünzen von Knossos die Darstellung des Labyrinthes, zunächst swastikaförmig, kurz darauf ebenfalls als quadratisches Labyrinth abgebildet.