Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 1058

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AV-Tetarteron, Constantinopolis; 4,02 g. Büste Christi v. v.//Drapierte Büste v. v. mit Krone, Zepter und Kreuzglobus. DOC vergl. 5 a; Sear 1832. R Winz. Prüfpunze auf dem Avers, unbedeutende Schürfstelle auf dem Revers, vorzüglich/gutes sehr schön
Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.
Erworben im Januar 2016 bei Historische Münzen & Medaillen, Stuttgart.
Constantinus IX. war im Jahr 1042 von der bereits 64-jährigen Kaiserin Zoe zum Mitregenten erhoben worden, obwohl er zuvor wegen einer Verschwörung gegen ihren früheren Mann Michael IV. verbannt worden war. Nach Zoes Tod im Jahr 1050 regierte er noch weitere fünf Jahre zusammen mit deren Schwester Theodora. Ein Jahr vor dem Tod Constantins fand das große Schisma zwischen der römischen Westkirche und der orthodoxen Ostkirche statt. Streitpunkt war vor allem das Filioque, ein Zusatz zum Glaubensbekenntnis über den Ursprung des heiligen Geistes, das Opfermaterial der Eucharistie sowie die Priesterehe.
Unter Nicephorus II. Phocas wurde mit dem Histamenon erstmals seit der Einführung des Solidus unter Constantinus I. ein leichteres Goldnominal genutzt. Laut Zonaras wurde dann das Tetarteron, eine (um 1/4 eines Tremissis) leichtere Münze, eingeführt, um Staatsausgaben in dem im Kontrast zum Histamenon untergewichtigen aber gleich bewerteten Nominal auszahlen zu können. Im 10. Jahrhundert wurde das Tetarteron lediglich in geringen Quantitäten ausgeprägt. Erst im 11. Jahrhundert erreichte es in veränderter konkaver Form als Scyphat eine Emissionsmenge in ähnlichem Umfang wie die des Histamenons. Grierson, P., Byzantine Coinage, Washington 1999.