Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 937

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| Schätzpreis | 1.000 € |
| Startpreis | 800 € |
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AV-Solidus, Indiktionsjahr 8 (= 604/605), Constantinopolis; 4,46 g. Gepanzerte Büste v. v. mit Krone und Kreuzglobus//Engel steht v. v. mit Christogrammstab und Kreuzglobus. DOC -; Sear 617 A. Von großer Seltenheit. Winz. Kratzer, vorzüglich-Stempelglanz
Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.
Exemplar der Auktion Münz Zentrum 163, Solingen-Ohligs 2012, Nr. 678.
In der Novelle 47 vom 31. August des Jahres 537 wurde unter Justinian festgehalten, daß alle öffentlichen Dokumente mit den Regentschaftsdaten des Kaisers, den Namen der amtierenden Konsuln sowie den Indiktionen versehen werden sollten, um lokale Datierungen zu vermeiden. Die Indiktion bezog sich ursprünglich auf einen fünfzehnjährigen Zyklus, der sich nach der Reevaluation der Besteuerung von Eigentum richtete. Auf den byzantinischen Münzen wurde der Beschluß erst später umgesetzt. Betroffen war zudem nicht die gesamte Münzprägung, sondern besonders die Nominale der Nummi, deren Wert nicht durch das Münzmetall selbst gedeckt war. Ab Mauricius Tiberius findet sich vereinzelt die Indiktion mit AN und den griechischen Zahlzeichen wie A, B, Γ oder IΔ am Ende der Averslegende (Grierson, P., Dated solidi of Maurice, Phocas, and Heraclius, NC 6. Serie, 10 (1950), S. 49-70). Wolfgang Hahn und Michael Metlich vermuten, daß mit diesen Stücken den Truppen ein verspätetes Augustaticum, ein Antrittsdonativum des neuen Kaisers, gezahlt wurde. Siehe MIBE Continued, S. 62.