Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 929

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| Schätzpreis | 400 € |
| Startpreis | 320 € |
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AV-Solidus, 583/601, Constantinopolis, 2. Offizin; 4,43 g. Gepanzerte Büste v. v. mit Helm und Kreuzglobus//Engel steht v. v. mit Christogrammstab und Kreuzglobus. DOC 5 b; Sear 478. Prägeschwächen am Rand, vorzüglich-Stempelglanz
Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.
Exemplar der Auktion Giessener Münzhandlung 196, München 2011, Nr. 3085; später erworben bei der Hanseatischen Münzenhandlung, Bremen.
Kurz vor seinem Tod ernannte der kinderlose byzantinische Kaiser Tiberius II. Constantinus den Feldherren Mauricius Tiberius zum Mitregenten. Seine Herrschaft war durch die Auseinandersetzung mit den West- und Ostgoten in Spanien und Italien, den ins byzantinische Kernland einfallenden Awaren und erneuten Konflikten mit den Sassaniden geprägt. Bei Thronstreitigkeiten der Sassaniden unterstützten die Byzantiner erfolgreich den persischen Prinzen Khusru II., wodurch ihnen in einem Friedensvertrag weite Teile Armeniens, Georgiens und Mesopotamiens zugesprochen wurden. Dies ermöglichte Mauricius Tiberius sich den slawischen und awarischen Feinden zuzuwenden und sie hinter die Donaulinie zurückzudrängen. Er soll das berühmteste spätantike Militärhandbuch, das Stategikon (Taktika), verfasst haben. Allerdings machten ihn radikale Kürzungen ausgerechnet der Soldzahlungen zunehmend unbeliebter. Als Mauricius Tiberius dann noch die Truppen im Jahr 602 im Kriegsgebiet zu neuen Offensiven zwang, statt in die Winterquartiere einzukehren, kam es zur Meuterei, der Offizier Phokas wurde zum Gegenkaiser proklamiert und Anhänger der grünen Zirkuspartei nahmen Konstantinopel ein. Mauricius Tiberius und seine beiden Söhne wurden auf der Flucht getötet. Dazu: Lehmann R. u. A., Ein kurioser Solidus des Mauricius Tiberius (Damoklesschwert über einem byzantinischen Kaiser), MünzenRevue 12 (2007), S. 150-152.