Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 887

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| Schätzpreis | 750 € |
| Startpreis | 600 € |
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AV-Tremissis, 7. Jahrhundert, Lieusaint (Seine-et-Marne), Münzmeister Dacoaldo; 1,35 g. LOCO (horizontales S) ANCTO Drapierte Büste r. mit Perldiadem//DACOALDO [MONE] Kreuz auf Globus umgeben von Perlen. Belfort 2216; Prou 853 var. Von großer Seltenheit. Kl. Henkelspur (?), sehr schön +
Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.
Exemplar der Sammlung Bernward Chwartz, Auktion Alde, 18. Juni Paris 2009, Nr. 32.
Das 7. Jahrhundert ist geprägt von den merowingischen Monetarmünzen. Die Goldtrienten (Tremisses) wurden von wandernden Monetaren in den gallischen Städten, aber auch an kleineren Orten geprägt. In der numismatischen Forschung konnten über 800 Prägeorte und 2000 namentlich genannte Münzmeister ausgemacht werden. Die hohe Monetarisierung wurde auf die Form des zeitgenössischen Steuerwesens zurückgeführt: Seit dem 5. Jahrhundert wurden die Steuern wieder vorwiegend in Gold erhoben (adaeratio), in Gallien zumeist von den grundsteuerpflichtigen gallorömischen Grundbesitzern (Romani possesores). Der Goldgehalt der Trienten nahm im Verlauf des 7. Jahrhunderts stetig ab. Die Erschöpfung der Edelmetallvorräte und ein mangelnder Zufluss an Gold führten zu ihrer Ablösung durch die sächsisch-friesischen Sceattas und schließlich dem fränkischen Denar. Dazu: Werner, J., Waage und Geld in der Merowingerzeit, Sitzungsbericht der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 1, München 1954.