Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 873

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| Schätzpreis | 2.000 € |
| Startpreis | 1.600 € |
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AV-Solidus im Namen des Libius Severus, 461/470, gallische Münzstätte; 4,25 g. Drapierte Büste r. mit Rosettendiadem//Kaiser steht v. v. mit Kreuz und Victoria auf Globus, Fuß auf menschenköpfiger Schlange. RIC 3755. Sehr selten, besonders in dieser Erhaltung. Winz. Kratzer auf dem Avers, Schrötlingsfehler auf dem Revers, fast vorzüglich
Exemplar der Auktion Giessener Münzhandlung 138, München 2005, Nr. 291.
Libius Severus, ein Lukanier, wurde von Ricimer laut den Fasti Vindobonenses Priores am 19. November 461 zum Augustus erhoben, doch nennt Theophanes den 7. Juli als Tag der Kaisererhebung. Wenn das letztere Datum zuträfe, entfiele das Interregnum zwischen der Hinrichtung des Maiorianus im Juli 461 und der Erhebung des Libius Severus. Siehe Scharf, R., Zu einigen Daten der Kaiser Libius Severus und Maiorianus, in: Rheinisches Museum für Philologogie NF 139/2 (1996), S. 180-188. Die Macht blieb freilich in Ricimers Händen und nach 4 Jahren bedeutungloser Regierung starb Libius Severus, der nie durch Leo anerkannt worden war, entweder eines natürlichen Todes (Sidonius Apollinaris) oder auf Veranlassung Ricimers durch Gift (Cassiodorus). Zwar ist die Lobrede des Sidonius Apollinaris auf Anthemius die zeitlich näher am Ereignis liegende Quelle, doch wäre es für den Autor, der sich von Anthemius einen Karrieresprung erhoffte, nicht opportun gewesen, dessen politisch wichtigen Schwiegersohn des Giftmordes zu beschuldigen. Die Frage ist letztlich ungeklärt.