Auktion 438 - Teil 3 (Lose 776 - 1078)
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Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“

RÖMISCHE MÜNZEN MÜNZEN DER RÖMISCHEN KAISERZEIT

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Schätzpreis 3.000 €
Startpreis 2.400 €

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Valentinianus III., 425-455, für Justa Grata Honoria.

AV-Tremissis, Ravenna oder Rom; 1,46 g. Drapierte Büste r. mit Perldiadem//In Kranz: Kreuz. RIC 2068. Von großer Seltenheit. Sehr schön/vorzüglich

Erworben im Januar 2013 bei der Firma Creusy Numismatique, Lyon.

Über Justa Grata Honoria ist wenig bekannt. Die Hauptquelle über die Ereignisse ihrer Lebenszeit bildet der Bericht des zeitgenössischen Geschichtsschreibers Priskos von Panion. Sie war die Tochter des weströmischen Kaisers Constantius III. und der Galla Placidia. Ihr Bruder, der Kaiser Valentinianus III., wollte sie zwingen, einen gewissen Herculanus Bassus zu heiraten. Grata Honoria rief den Hunnen Attila zu Hilfe und wollte sich mit diesem vermählen. Hochzeiten wurden auch von anderen Herrscherinnen dieser Zeit eingesetzt, um in machtvolle Positionen zu gelangen. So wurde beispielsweise Galla Placidia durch die Hochzeit mit Athaulf zur Herrscherin der Westgoten und später als Frau des Constantius III. zur Augusta des Westens. Valentinian III. soll die Heirat zwischen Galla Honoria und Attila verhindert haben, um einem Anspruch auf den Kaiserthron vorzubeugen, was schließlich zum Krieg und der Schlacht auf den katalaunischen Feldern führte. Bei dieser Schlacht im Jahr 451 konnten die Römer im Bündnis mit den Westgoten unter Theoderich I. unter erheblichen Verlusten einen Sieg gegen die Hunnen erringen und sie zum Rückzug aus Gallien zwingen. Dazu: King, C. W., Attila, Honoria, and the Nature of Hunnic Rule, in: Olster, D. M./Lanham, Md (Hgg.), Radical Traditionalism: The Influence of Walter Kaegi in Late Antique, Byzantine, and Medieval Studies, 2019, S. 97-114.