Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 859

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| Schätzpreis | 3.500 € |
| Startpreis | 2.800 € |
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AV-Solidus, 415, Constantinopolis; 4,39 g. Gepanzerte Büste r. mit Helm, Perldiadem, Speer und Schild//Roma und Constantinopolis sitzen v. v. mit Schild, darauf VOT/XV/MVL/XX. RIC 207. R Vorzüglich
Erworben im Januar 2002 bei der Firma Tkalec, Zürich.
Theodosius II. folgte seinem Vater Arcadius im Alter von nur sieben Jahren auf den oströmischen Kaiserthron. Lange Zeit hielt sich daher in der Forschung der Eindruck, die Herrschaft sei eigentlich von den Kaiserinnen Pulcheria und Eudocia sowie einflussreicher Ratgeber ausgeübt worden. Vom zeitgenössischen Geschichtsschreiber Priskos von Panion wird zudem die Vernachlässigung der Truppen und eine übertriebene Nachlässigkeit gegenüber den Barbaren unter Theodosius II. beklagt. Mischa Meier betont dagegen die für die Spätantike exzeptionell lange Regierungszeit des Herrschers von fast einem halben Jahrhundert, was für eine hohe Akzeptanz spricht. Zudem verweist er auf eine zunehmende Emanzipation des Theodosius II. von seinen Beratern in den Jahren 414/415. In dieser Periode wurde auch das vorliegende Stück geprägt. Dazu: Meier, M., Die Demut des Kaisers. Aspekte der religiösen Selbstinszenierung bei Theodosius II. (408-450 n. Chr.), in: Pecar, A./Trampedach, K. (Hgg.), Die Bibel als politisches Argument, 2007, S. 135-158.