Auktion 438 - Teil 3 (Lose 776 - 1078)
Startet in 1 Monat(en) 8 Tag(en)

Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“

RÖMISCHE MÜNZEN MÜNZEN DER RÖMISCHEN KAISERZEIT

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Schätzpreis 3.000 €
Startpreis 2.400 €

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Honorius, 393-423.

AR-Miliarense leicht, 408/420, Constantinopolis; 4,18 g. Drapierte Büste r. mit Perldiadem, zurückblickend//Kaiser steht v. v. mit Nimbus, erhobener Rechten und Globus, l. Stern. RIC 369. Kabinettstück mit erhabenem Profil. Feine Tönung, vorzüglich +

Exemplar der Auktion Bank Leu 20, Zürich 1978, Nr. 403 und der Auktion Poindessault, 22./23. Oktober 1998, Nr. 277.

Honorius wurde im Jahr 393 durch seinen Vater Theodosius I. in Reaktion auf die Usurpation des Eugenius zum Mitregenten erhoben. Nach dem plötzlichen Tod des Theodosius wurde der zehnjährige Honorius zum iunior Augustus der westlichen Reichshälfte, während sein älterer Bruder Arcadius im Osten regierte. Die Regentschaft dieser Zeit war durch zahlreiche Erhebungen wie durch die des Gegenkaisers Constantin III. in Britannien, der des Jovinus in Gallien und der des Maximus in Hispanien sowie den unter der Führung von Alarich nach Verweigerung plündernden Westgoten geprägt. Der Feldherr vandalischen Ursprungs Stilicho spielte eine wesentliche Rolle bei der Herrschaftsausübung. Nach dem Tod des Arcadius im Jahr 408 wollte er nach Ostrom reisen, um die Vormundschaft über den erst siebenjährigen Nachfolger auf dem oströmischen Kaiserthron Theodosius II. einzuleiten. Zugleich wurde Alarich mit dem Feldzug gegen den Usurpatoren Constantin III. beauftragt, weshalb Stilicho verdächtigt wurde, einen Staatsstreich zu planen. Die anschließende Ermordung des Stilicho sorgte für ein noch größeres Machtvakuum im Westen des Imperiums: Alarich zog gegen Rom und setzte mit dem Stadtpräfekten Priscus Attalus einen eigenen Gegenkaiser ein. Die literarisch tradierte mangelhafte Regierungsteilnahme und Unfähigkeit des Honorius spiegelt sich in Erzählungen wie der des Prokop darüber wider, dass er, als er von der Plünderung Roms durch die Westgoten in seiner Residenz Ravenna erfuhr, zunächst befürchtet habe, es ginge um den Tod seines gleichnamigen Hahns. Dazu: Kovács, T., 410: Honorius, his Rooster, and the Eunuch (Procop. Vand. 1.2.25–26), Graeco-Latina Brunensia 25.2 (2020), S. 131–148.