Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 799

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| Schätzpreis | 5.000 € |
| Startpreis | 4.000 € |
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AV-Solidus, 332/333, Thessalonica; 4,46 g. Drapierte Büste r. mit Lorbeer- und Rosettendiadem//Victoria geht l. mit Trophäe und Palmzweig. RIC 189. Sehr attraktives Exemplar, vorzüglich
Exemplar der Auktion Lanz 112, München 2002, Nr. 875.
Constantin gelangen während seiner 30 Jahre andauernden Herrschaft nicht nur zahlreiche Erfolge gegen seine Konkurrenten wie der berühmte Sieg an der Milvischen Brücke über Maxentius, sondern auch solche gegen äußere Feinde. Dazu gehört beispielsweise sein Erfolg bei der Abwehr der Franken kurz nach der Konferenz von Mailand im Jahr 313, bei der Constantin mit seinem Konkurrenten Licinius eine Einigung zur Religionsfreiheit erzielen konnte. Nachdem Constantin im Jahr 323 die im Donaugebiet einfallenden Goten besiegt hatte, wurden zahlreiche Vorkehrungen wie der Bau einer großen Brücke von Oescus (Bulgarien) nach Sucidava (Rumänien), die sogar auf Medaillons dieser Zeit referenziert wurde (RIC VII 298), und der weiterer Kastelle ergriffen, um das Imperium gegen die weiterhin schwelende Gefahr zu sichern. Das vorliegende Stück wurde kurz nach dem entscheidenden Sieg über die Goten geprägt. Im Jahr 332 hatten die seit 323 mit Rom verbündeten Sarmaten Constantin gegen die in ihr Gebiet einfallenden Goten um Unterstützung gebeten. Dieser sandte unter Führung seines zum Caesaren erhobenen Sohnes Constantin II. ein Heer gegen die hauptsächlich aus Terwingen und Taifalen bestehenden Invasoren. Die vollständige Niederlage der Goten - im Text des Anonymus Valesianus (Anon. Vales. 31) ist von 100.000 Gefallenen die Rede - war ein erheblicher Schlag für die transdanubischen Stämme und zwang sie in ein Bündnis mit Rom. Sie stellten Truppen für das römische Heer, während Rom wiederum den Handel über die Donau sicherte. Dazu: Bellen, H., Die Spätantike von Constantin bis Justinian: Grundzüge der römischen Geschichte, 2. Aufl., 2016, bes. S. 38-41.