Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 790

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| Schätzpreis | 600 € |
| Startpreis | 480 € |
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AR-Argenteus, 298/303, Thessalonica, 1. Emission, 3. Offizin; 3,53 g. Kopf r. mit Lorbeerkranz//Lagertor. Gautier 21; RIC 12 b. Vorzüglich-Stempelglanz
Exemplar der Auktion Roma Numismatics XVI, London 2018, Nr. 803 und der Auktion CNG 117, Lancaster 2021, Nr. 611 (damals in US-Plastikholder der NGC mit der Bewertung MS, Strike: 5/5, Surface: 4/5, Nr. 4284623-007).
Der Argenteus wurde im Zuge der Währungsreform Diocletians im Jahr 294 eingeführt und unter Constantin I. 320 (möglicherweise aber auch erst in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts, siehe Vondrovec, K., in: MÖNG 55/2 (2015), S. 98-103, bes. S. 99) durch die Siliqua ersetzt. Das innovative Motiv der vier gemeinsam opfernden Herrscher vermittelte auf den ersten Argentei die einträchtige Regentschaft im neu eingerichteten System der Tetrarchie. Gautier (Le monnayage en argent de la réforme de Dioclétien (294-312 p.C.), 2021, S. 36) bemerkt, dass die Tetrarchen dabei wie bei der Porphyrgruppe am Markusdom in einer hierarchischen Ordnung aufgestellt sind: die höherrangigen Augusti im Vordergrund und dahinter ihre Caesares. Das Motiv steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem militärischen Erfolg Diocletians und Galerius' über die Sarmaten. Die Architektur im Bildhintergrund könnte daher auf ein Kastel verweisen (Stoll, R., Die Münzstätte der römischen Kaiser von Trier, 2000, S. 22).