Auktion 438 - Teil 2 (Lose 301 - 775)
Startet in 1 Monat(en) 5 Tag(en)

Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“

RÖMISCHE MÜNZEN MÜNZEN DER RÖMISCHEN KAISERZEIT

Bieten


Schätzpreis 750 €
Startpreis 600 €

Vorgebote können bis zum Start der Auktion auf kuenker.de mit Ihrem myKünker Account abgegeben werden.

Laelianus, 269.

Æ-Antoninian, unbestimmte Münzstätte; 3,64 g. Gepanzerte Büste r. mit Strahlenbinde//Victoria geht r. mit Kranz und Palmzweig. Elmer 622 (Treveri, 2. Emission); RIC² 471 (Colonia, 2. Emission, 269). Attraktiver Silbersud, Revers min. korrodiert, vorzüglich

Erworben bei der Degussa, Frankfurt a. Main, im August 2019.

Georg Elmer geht davon aus, dass Laelianus die von Postumus frisch eingerichtete Münzstätte in Trier in seine Gewalt gebracht hat und dort seine Münzen prägen ließ. Auch C.-F. Zschucke nimmt die Münzstätte in Trier an (Die römische Münzstätte Köln, Trier 1993, S. 34). Dies wurde u. a. von I. König angezweifelt, der die Münzstätte in Mainz vermutet (Die gallischen Usurpatoren von Postumus bis Tetricus, München 1981, S. 135/136; so auch Gilljam, Antoniniani und Aurei des Ulpius Cornelius Laelianus, Köln 1981, S. 18). Nach einer anderen Auffassung hat Laelianus kurzfristig Köln eingenommen und die Münzstätte nach Mainz verlagert (Besly/Bland, The Cunetio Treasure: Roman Coinage of the Third Century A. D., London 1983, S. 58 und 64). Dem widerspricht B. Schulte, der annimmt, dass Laelianus sich in den Besitz einer Münzstätte des Postumus setzte und dort seine Münzen prägen ließ; dort konnte er sich aber nur kurz halten, was die Seltenheit seiner Prägungen erklärt (Schulte, Die Goldprägung der gallischen Kaiser von Postumus bis Tetricus, Aarau 1983, S. 49/50). Weiser (Mainz römische Münzstätte? in: Die Münzstätten Mainz und Wiesbaden, Speyer 2003) legt sich auf Mainz fest. Weisers Argumente hält auch Alexander Heising für überzeugend, u. a. „weil alle antiken Quellen übereinstimmend von Mogontiacum als Zentrum des Aufstands sprechen“, siehe Heising, A., Mogontiacum/Mainz im dritten Viertel des 3. Jahrhunderts. Ein quellenkritischer Forschungsbericht, in: Fischer, Th. (Hrsg.), Die Krise des 3. Jahrhunderts n. Chr. und das Gallische Sonderreich. Akten des Interdisziplinären Kolloquiums Xanten 26. bis 28. Februar 2009. Zakamira 8, Wiesbaden 2012, S. 151–196, bes. S. 177 ff. Jerome Mairat spricht sich in der neuen Auflage des RIC für Colonia aus, leider ohne auf Weisers Argumente einzugehen.