Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 755

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| Schätzpreis | 7.500 € |
| Startpreis | 6.000 € |
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AV-Aureus, 254/255, Samosata; 3,02 g. Drapierte Büste r.//Prinz steht l. mit Baton und Speer, dahinter zwei Standarten. Calicó 3696; MIR 1693 a (stempelgleich); RIC 44. Von allergrößter Seltenheit. Graffiti auf dem Avers, kl. Schürfspur auf dem Revers, gelocht, sehr schön
Die in dieser Periode des Prinzipats geprägten Münzen werden im RIC der Münzstätte Antiochia zugewiesen. Diese Prägestätte war aber, wie Andreas Alföldi (Die Hauptereignisse der Jahre 253-261 n. Chr., 1937, bes. S. 132-135 und Taf. 31,14) gezeigt hat, aufgrund der persischen Bedrohung bereits unter Valerianus komplett nach Samosata verlegt worden, wo sich das militärische Hauptquartier im Osten befand. Prägungen wie unser Stück dienten möglicherweise als Sold- und Distributionszahlungen für die an der Ostgrenze des Imperiums in der Auseinandersetzung mit dem Perserkönig Shapur stationierten Truppen. Erst später, unter Gallienus, kehrte die Münze nach Antiochia zurück. Die Goldprägungen für die beiden Principes Saloninus und Valerian II aus Samosata sind von allergrößter Seltenheit. Für Valerian II wurde ausschließlich die Pinceps Iuventutis-Botschaft in zwei verschiedenen Typen emittiert. Auf Prägungen des Typus mit Standarten führt Valerian einen Stab (baton), der die militärische Führungsrolle betont, und die hasta pura, einen zepterartigen Speer. Diese Insignie wurde in der römischen Frühzeit als Tapferkeitssymbol für besondere Leistungen in militärischen Auseinandersetzungen verliehen. Die Ikonografie findet sich erstmals auf Münzen von Macrinus für Diadumenianus (RIC IV 106). Auf dem anderen Münztyp Valerians II. bekränzt der junge Caesar ein Tropaion. Auf den Goldmünzen für Saloninus aus Samosata wurde hingegen die Spes Publica-Botschaft proklamiert. Dazu: Holmes, N., The gold coins of Valerian I and Gallienus attributed to the mint of Samosata, in: Bulletin du Centre d'Etudes Numismatiques 59/1 (2022), S. 26-30.