Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 734

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| Schätzpreis | 2.000 € |
| Startpreis | 1.600 € |
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AR-Denar, Rom; 2,89 g. Drapierte Büste r. mit Lorbeerkranz//Roma sitzt l. auf Schild mit Victoria und Zepter. BMC 8; Coh. 8; RIC 4. RR Feine Tönung, kl. Kratzer auf dem Avers, gutes sehr schön
Exemplar der Auktion Bank Leu 25, Zürich 1980, Nr. 380 und der Auktion Rauch 90, Wien 2012, Nr. 691.
Vermutlich unter dem Eindruck der zunehmend drückenden Steuerlast durch Maximinus I. Thrax erhob sich 238 eine Revolte gegen den Prokurator der Provinz Africa Proconsularis. Nach dem erfolgreichen Coup entschieden sich die Verschwörer für die Akklamation eines Usurpators gegen den amtierenden Kaiser. Dafür wählten sie M. Antonius Gordianus Sempronianus. Dieser konnte auf eine lange politische Karriere zurückblicken und hatte u. a. als Statthalter in Britannia Inferior gewirkt. Ungewöhnlich war, dass der Senat Maximinus I. rasch zum Staatsfeind erklärte und die Usurpation Gordianus I. anerkannte. Ob der Senat zugleich auch den Sohn des Gordianus I. zum Kaiser ernannte oder ob dieser bereits zuvor in Africa zum Kaiser erhoben worden war und der Senat ihn lediglich wie seinen Vater anerkannte, ist unklar. Die Herrschaft der beiden Gordiane währte indes nur 20 Tage. Der dem Maximiminus I. treu gebliebene Statthalter der Provinz Numidia, Capelianus, zog mit seinen Truppen gegen Gordianus II., dem nur eine aus Freiwilligen bunt zusammengewürfelte Armee zur Verfügung stand, und besiegte diesen. Als Gordianus I. vom Tod seines Sohnes erfuhr, wählte er den Freitod. Siehe hierzu M. Scholler, Legitimization strategies of Gordian III, Sapiens Ubique Civis 4, 2023, S. 217-234.