Auktion 438 - Teil 2 (Lose 301 - 775)
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Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“

RÖMISCHE MÜNZEN MÜNZEN DER RÖMISCHEN KAISERZEIT

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Schätzpreis 7.500 €
Startpreis 6.000 €

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Antoninus I. Pius, 138-161.

AV-Aureus, 152/153, Rom; 7,29 g. Drapierte Büste l.//Kaiser steht l. mit Globus. BMC 798; Calicó 1523 (Av. stempelgleich); Coh. 308; RIC 226 e. Prachtexemplar. In US-Plastikholder der NGC mit der Bewertung MS, Strike: 5/5, Surface: 4/5, Fine Style (3930782-007). Hohes Relief, winz. Kratzer im Feld des Revers, sonst fast Stempelglanz

Exemplar der Sammlung "The Everglades Collection".

Exemplar der Auktion Rauch 102, Wien 2016, Nr. 83 (zuvor privat erworben 1998 in der Schweiz), der Auktion MDC 8, Monaco 2021, Nr. 119 und des Signature Sale Heritage 3099, Dallas 2022, Nr. 30104.

Die 23-jährige Herrschaft des Antoninus Pius gilt als besondere Friedenszeit im römischen Prinzipat. Der einzige militärische Erfolg des Kaisers, der in seine Herrschaftsrepräsentation im Wesentlichen einbezogen wurde, war der Konflikt in Britannien kurz nach seinem Amtsantritt, für den er auch die zweite imperatorische Akklamation als oberster Feldherr erhielt. Die Zeit der Antoninen bringt allerdings auch die Zuschreibung der civilitas als Herrscherideal hervor. Antoninus Pius propagierte seine besondere Munificentia gegenüber der plebs urbana unter anderem durch verschiedene Liberalitasszenen wie der Puellae Faustinae-Stiftung auf seinen Münzen. Der Kaiser trat zudem unter den Senatoren als einer der ihren auf und schwächte damit den Eindruck der Monopolisierung der Machtmittel ab. Auch die in der kaiserzeitlichen Münzprägung innovative Darstellung des Herrschers in Toga mit Globus zeugt von der hohen Bedeutung des zivilen Amtsbereichs während seiner Regierungszeit. Michels, C., Antoninus Pius und die Rollenbilder des römischen Princeps, Berlin/Boston 2018, bes. S. 79-142; Michels, C., Antoninus Pius im Akzeptanzsystem. Ein ‚durchschnittlicher‘ Princeps zwischen dynastischem Prinzip und charismatischer Herrschaft, in: Historische Zeitschrift 313.3 (2021), S. 585-613.


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