Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 368

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| Schätzpreis | 1.500 € |
| Startpreis | 1.200 € |
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AR-Tetradrachme, Antiochia am Orontes; 15,94 g. Kopf r. mit Diadem//Zeus Nikephoros sitzt l. Hoover 1303; Houghton/Lorber/Hoover 2445; Newell, Antioch 435 a; SNG Spaer 2823. R Vorzüglich
Exemplar der Alpha Auction Emporium 6, Hamburg 2021, Nr. 98 und der Auktion Fritz Rudolf Künker 365, Osnabrück 2022, Nr. 5154.
Demetrios III. Eukairos war von 96 bis 87 v. Chr. König von Syrien, als sich die lange Vorherrschaft der Seleukiden dem Ende neigte. Ihr Bestand war in dieser Periode des Hellenismus besonders durch innerdynastische Thronstreitigkeiten bedroht. Der seleukidische Bürgerkrieg gipfelte in der Auseinandersetzung von Demetrios' III. Brüdern Antiochos XI. und Philippos I. mit Seleukos VI. Nach dem Tod des Antiochos XI. und dem Sieg des Antiochos X. über seinen Cousin Seleukos VI. trat Demetrios III. dem Krieg auf Seiten Philippos I. bei. Sie konnten Antiochos X. besiegen und teilten das Reich zwischen sich auf. Philippos I. wandte sich allerdings gegen Demetrios. Dieser beendete die Invasion Judäas und zog gegen seinen Bruder. Nach dem natürlichen Tod des Demetrios III. folgte ihm für nur vier Jahre sein jüngerer Bruder Antiochos XII. auf den Thron. Sein Tod im Kampf gegen den Nabatäerkönig Aretas III. führte zur weiteren Schwächung des Seleukidenreichs und ermöglichte die Annexion durch den armenischen Großkönig Tigranes II. Demetrios nennt sich auf Münzen unseres Typus Theos Philopator Soter, auf anderen Prägungen Philometor Euergetes Kallinikos. Das Reversmotiv bildet der seit Antiochos IV. dominierende Zeus Nikephoros. In der Ablösung des üblichen Apollonmotivs durch diesen Gott wurde in der Forschung teils eine Hellenisierungsbestrebung des Seleukidenkönigs gesehen. Gegen eine solche Vereinigung unter einem Gott spricht beispielsweise die Göttervielfalt auf phönizischen Münzen. Ehling, K., Untersuchungen zur Geschichte der späten Seleukiden (164–63 v. Chr.). Vom Tode Antiochos IV. bis zur Einrichtung der Provinz Syria unter Pompeius, Historia 196, Stuttgart 2008; Ehling, K., Geprägte Bilder: Münzen der Seleukiden in Antiochia, in: Antike Welt 35.2 (2004), S. 27-31.