Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 320

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| Schätzpreis | 50.000 € |
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AV-Stater, 125/88 v. Chr, Magistrat Antaios; 8,56 g. Helioskopf fast v. v.//In Incusum: Rose, r. Aphlaston. Hackens, Trésor hellénistique trouvé à Delos, in: BCH 89 (1965), S. 521, Nr. 1; Historia Numorum Online -; Hoover 1413; Jenkins, Rhodian Plinthophoroi 164; SNG Keckman -. Von allergrößter Seltenheit. Hübsche Goldtönung, kl. Auflagen, sehr schön
Aus einer vor 1990 abgeschlossenen Sammlung.
Nachdem die Rhodier Rom im Kampf gegen den Seleukidenkönig Antiochos III. beigestanden hatten, wurden sie beim Frieden von Apameia im Jahr 188 v. Chr. mit der Herrschaft über Karien und Lykien entlohnt. Diese Rechte verlor Rhodos allerdings wieder, nachdem es im Dritten Makedonischen Krieg auf Seiten Makedoniens stand. 164 v. Chr. wurde erneut ein Bündnisvertrag mit Rom geschlossen und im Jahr 88 v. Chr. ein Angriff des Mithradates VI. von Pontos abgewehrt. Die Ausrichtung der syrakusanischen Arethusa wurde als Vorbild für die innovative Dreiviertelansicht des Helioskopfes auf den rhodischen Münzvorderseiten gesehen. Der Gott wurde zunächst ohne, später mit Strahlenkranz dargestellt, was möglicherweise durch die Darstellung des Kolosses von Rhodos motiviert ist. Auf dem Revers befindet sich die eponyme Rose mit Knospe und das Ethnikon ΡΟΔΙΟΝ ([Münze] der Rhodier) in gekürzter Form. Das Motiv ist von einem quadratischen Incusum umgeben, das an Ziegelsteine erinnerte und den Münzen bereits in antiken Quellen ihren Namen Plinthophoroi (Plinthos = Ziegelstein) einbrachte. Die ausgesprochen seltenen rhodischen Goldstatere wurden auffälligerweise im attischen Standard emittiert. Von einigen Forscherinnen wie Troxell wurde die Ausprägung der Gold-Plinthophoroi im Zusammenhang mit dem Ersten Mithradatischen Krieg gesehen. Vor allem der Hortfund von Delos aus dem Jahr 1964 wurde als Argument für eine Datierung kurz vor 88 v. Chr. herangezogen. Die Goldstatere finden sich allerdings in der gesammten Prägegruppe D und wurden somit über einen längeren Zeitraum hinweg emittiert. Sonntag, M. K., Helios auf rhodischen Münzen, 29. Januar 2024: https://www.muenzen-online.com/post/helios-auf-rhodischen-m%C3%BCnzen (zuletzt aufgerufen am 3. Dezember 2025); Troxell, H., Coinage of the Lycian League, ANSNNM 162, New York 1982, S. 84.