Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 297

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| Schätzpreis | 7.500 € |
| Startpreis | 6.000 € |
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AR-Tetradrachme, 390/340 v. Chr.; 14,75 g. Kopf der Kore Soteira l. mit Ährenkranz und Schleier//Löwenkopf l., darunter Thunfisch, dahinter Kerykeion. Ashton u. a., The Pixodaros Hoard Gruppe C; v. Fritze 23, Tf. V, 28. Kl. Kratzer auf dem Avers, fast vorzüglich
Erworben 1938 bei der Firma Ratto und Exemplar der Auktion Fritz Rudolf Künker 382, Osnabrück 2023, Nr. 144.
Auf dem Avers dieser Münze findet sich der Kopf der Kore Soteira. Kore bzw. Persephone war, so die mythologische Überlieferung, nachdem sie Kyzikos gegründet hatte, von dort entführt worden und soll die Stadt im Anschluss als Mitgift von Zeus erhalten haben. Auf dieser Grundlage entwickelte sich bereits im 5./4. Jahrhundert v. Chr. die Praxis, ihren Kopf auf Münzen der Stadt darzustellen. Das Epithet ΣΟΤΕΙΡΑ, das durch die Legenden bezeugt ist, bedeutet "Retterin" und bezieht sich möglicherweise ebenfalls auf einen Mythos, nach dem Kore Kyzikos vor den Giganten beschützte. Siehe hierzu K. Martin, Zum Kult der Kore Soteira im kaiserzeitlichen Kyzikos, in: E. Schwertheim/E. Winter (Hrsg.), Religon und Region. Götter und Kulte aus dem östlichen Mittelmeerraum, Bonn 2003, S. 115-158.