Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 189

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| Schätzpreis | 1.000 € |
| Startpreis | 800 € |
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AR-Tetradrachme, 297/281 v. Chr., Lampsakos; 17,06 g. Alexanderkopf r. mit Diadem und Ammonshorn//Athena Nikephoros sitzt l., davor Monogramm und Herme. Hoover 1750 b; Müller 91; Thompson in Essays Robinson 50. Herrliche Tönung, vorzüglich
Exemplar der Sammlung eines Optimisten, Auktion Nomos 23, Zürich 2021, Nr. 58.
Ab 297/296 v. Chr. zeigten die Münzen des thrakisch-makedonischen Königs Lysimachos den vergöttlichten Alexander auf dem Avers. Mit bewegtem Haar und Ammonshörnern weist dieses Alexanderbild stark idealisierte Züge und deutliche theomorphe Bezüge auf und verweist damit auf die göttlichen Qualitäten des großen Feldherren. Auf dem Revers bekränzt Nike in der Hand der Athena Nikephoros den Namen des Lysimachos mit dem Lorbeer, wahrscheinlich eine Anspielung auf den bedeutenden Sieg über Antigonos bei Ipsos im Jahr 301 v. Chr. im vierten Diadochenkrieg. Erstmals wurden damit hellenistische Münzen unter eigenem Namen emittiert. Das Münzbild ist von so überragendem Stil, dass in der Forschung seine Herstellung durch den berühmten Lieblingsgemmenschneider Alexanders, Pyrgoteles, diskutiert wurde. Das Motiv wurde bis ins erste vorchristliche Jahrhundert hinein immer wieder kopiert, entfernte sich dabei aber immer weiter vom Stil des Ursprungsbildes. Unser Stück steht dabei noch ganz am Anfang dieser Entwicklung. Dazu: Sonntag, K. M., Der stilistische Verfall eines numismatischen Meisterwerks, 1. Februar 2022: https://www.muenzen-online.com/post/der-stilistische-verfall-eines-numismatischen-meisterwerks (zuletzt aufgerufen am 30. Oktober 2025); Wiemer, H.-U., Held, Gott oder Tyrann? Alexander der Grosse im Frühen Hellenismus, Hermes 139.2 (2011), S. 179-204.