Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 104

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| Schätzpreis | 7.500 € |
| Startpreis | 6.000 € |
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AV-Stater (Regenbogenschüsselchen), 75/50 v. Chr.; 7,62 g. Kopf r.//Zwei Lyren, umgeben von Körnern und Voluten. Kellner Typ VIII; Slg. Flesche 341. Von größter Seltenheit. Kl. Schrötlingsrisse, Revers min. gereinigt, sehr schön
Exemplar der Sammlung Topp, Dormagen.
Exemplar der Auktion Hauck & Aufhäuser 16, München 2001, Nr. 3.
Die Vindeliker waren ein im Alpenvorland siedelnder Keltenstamm. Das Gebiet wurde im Jahr 15 v. Chr. von Tiberius und Drusus im Auftrag von Kaiser Augustus erobert und die Raeter mit den Vindelikern in der Provinz Raetia vereinigt. In den Jahren 15 bis 13 v. Chr. befand sich Augustus sogar selbst in Gallien.
Die charakteristische Ikonografie der sogenannten Leierstatere mit Lockenkopf auf dem Avers und Leiern in zwei Kreuzwinkeln auf dem zugehörigen Revers findet sich auch auf den Silberquinaren vom Manchinger-Typus und stellt damit eine seltene Übereinstimmung der Gestaltung zwischen keltischen Silber- und Goldprägungen dar. Die keltischen Münzen Südwestdeutschlands waren stark durch die gallischen Prägungen beeinflusst. Castelin sieht daher in den gallischen Aeduer-Stateren das Vorbild für die vindelikischen Leierstatere. Diese weisen ebenfalls den Lockenkopf sowie eine Lyra als Beizeichen unter dem Pferd auf dem Revers auf. Aufgrund der Orientierung an den Vorgängerprägungen setzt sie den Prägebeginn spezifischer um 80 v. Chr. an und vermutet das Ende ihrer Emission um 60 v. Chr. Auch das Fehlen von Funden mit süddeutschen Regenbogenschüsselchen aus dem 2. Jahrhundert spricht für diese Spätdatierung. Castelin, K., Die Prägezeit der süddeutschen Regenbogenschüsselchen, in: JNG 23 (1973), S. 53-76.