Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“
Los 100

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| Schätzpreis | 1.250 € |
| Startpreis | 1.000 € |
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AV-Stater (Regenbogenschüsselchen), 150/50 v. Chr.; 7,52 g. Vogelkopf l. zwischen zwei Kugeln, davor Dreiviertelkranz//Torques mit Kugeln. Kellner Typ II C; Slg. Flesche 298 ff. R Attraktives Exemplar, Riß auf dem Avers, sehr schön
Exemplar der Auktion Fritz Rudolf Künker 243, Osnabrück 2013, Nr. 4410.
Datierung nach M. Nick: Gabe, Opfer, Zahlungsmittel. Strukturen keltischen Münzgebrauchs im westlichen Mitteleuropa, Band 1, Rahden 2006, S. 30.
Die Masse der keltischen Regenbogenschüsselchen wurde von ca. 150 bis 50 v. Chr. wahrscheinlich in Bayern geprägt. Die Kelten waren als Söldner und durch den Handel im Vergleich zu weiten Teilen des Mittelmeerraums erst verhältnismäßig spät mit der hellenistischen Münzprägung in Kontakt gekommen. Während die ersten keltischen Goldmünzen in Süddeutschland wahrscheinlich bereits in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. emittiert wurden, nahmen sie eher eine Funktion als Opfergabe als als Zahlungsmittel ein (Nick 2006, S. 82). Erst in der Mitte des 2. Jahrhunderts nimmt ihr Verbreitungsgebiet erheblich zu. Die sogenannten Vogelkopfstatere zeigen auf dem Avers einen Vogelkopf im Blattkranz, der aufgrund des gebogenen Schnabels möglicherweise als Adler zu deuten ist. Vögel spielen in zahlreichen keltischen Mythen eine zentrale Rolle. So verwandelt sich beispielsweise Morrígan, die große Mutter- und Kriegsgottheit, bei ihrem Flug über das Schlachtfeld in einen Vogel. Botheroyd, S. und P. F., Lexikon der keltischen Mythologie, Wien 2004, S. 401.
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