Auktion 438 - Teil 1 (Lose 1 - 300)
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Münzen der antiken Welt, u. a. aus der Sammlung Topp, Dormagen, und der Sammlung Jürgen und Erika Schmidt, Bovenden sowie der Sammlung „The Everglades Collection“

KELTISCHE MÜNZEN GERMANIA

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Schätzpreis 2.000 €
Startpreis 1.600 €

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VINDELIKER.

AV-1/24 Stater, 3./2. Jahrhundert v. Chr.; 0,22 g. Januskopf//Pferd l., darüber Kopf l. Kellner Typ Kellner II; Slg. Flesche 344; Steffgen/Ziegaus 14 f. Sehr selten, besonders in dieser Erhaltung. Hübsche Goldtönung, winz. Auflagen, vorzüglich

Erworben bei der Degussa, Frankfurt a. Main, im Januar 2022.

In den 1/24-Stateren mit Doppelporträt und Pferd mit stilisiertem Reiter erkannte Kellner die ältesten in Süddeutschland geprägten keltischen Münzen. Die unregelmäßige Schrötlingsform lässt vermuten, dass sie aus Goldblech ausgeschnitten oder ausgestanzt wurden. Charakteristisch für den Typus sind die nach hinten gekämmten Haare der beiden Köpfe sowie die durch Punkte stilisierten Nasen und Lippen. Kellner vermutete in römischen Didrachmen mit bartlosem Janusporträt von 222 bis 205 v. Chr. die stilisitische Vorlage für diese Statere der Vindeliker. Während Mannsperger in den im Auftrag Hannibals geprägten Pseudo-Quadrigati in Gold das Vorbild für das Reversmotiv sah, verweisen Steffgen und Ziegaus auf römische Litren von 225 bis 212 v. Chr. Statt einer Quadriga ist hier auf dem Revers ein gallopierendes Pferd und die Beischrift ROMA zum Doppelkopf auf dem Avers zu sehen. Steffgen, U./Ziegaus, B., Untersuchungen zum Beginn der keltischen Goldprägung in Süddeutschland, JNG 44 (1994), S. 9-34.