Brandenburg-Preußen
Ausgewählte Münzen und Medaillen der deutschen Staaten und des Habsburgerreiches
Numismatische Raritäten aus aller Welt
Eine Auswahl seltener Orden und Ehrenzeichen
Los 632

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| Schätzpreis | 17.500 € |
| Startpreis | 14.000 € |
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Goldmedaille 1896, von A. Vasyutinsky, auf die Krönung des Zarenpaares. Die Köpfe des Zaren und seiner Gemahlin Alexandra Feodorowna nebeneinander l.//Gekrönter Doppeladler mit Zepter und Reichsapfel in den Fängen, auf der Brust St. Georgsschild, umher die Kette des Andreasordens, auf den Flügeln je vier weitere Wappenschilde, oben Krone. 51,24 mm; 106,73 g. Diakov 1206.2 (R3). In US-Plastikholder der NGC mit der Bewertung MS 61 (8583539-002).
GOLD. Von großer Seltenheit. Prachtexemplar. Fast Stempelglanz
Erworben am 23. Juni 1948 bei der Firma Bourgey, Paris.
Von diesen Goldmedaillen existieren hervorragende späte Anfertigungen, die in den 1990er Jahren hergestellt wurden. Eine Provenienz zu diesem Stück zu finden, ist ein großes Glück und unterstreicht die Echtheit dieser prachtvollen Goldmedaille.
Die Zarin Alexandra Feodorowna wurde am 25. April 1872 in Darmstadt als Prinzessin Alix von Hessen-Darmstadt geboren. Alix war die Tochter von Großherzog Ludwig IV. von Hessen-Darmstadt und seiner Gemahlin Prinzessin Alice von Großbritannien und Irland, der zweitältesten Tochter von Königin Victoria. Am 26. November 1894 heiratete sie Nikolaus II. in der Eremitage in Sankt Petersburg. Die Hochzeit war keine Verbindung auf politischer Ebene, sondern eine reine Liebesheirat und brachte vier Töchter und einen Sohn hervor. Alix trat zur russisch-orthodoxen Kirche über und wurde Großfürstin Alexandra Feodorowna. Der junge Zar gab seiner Braut alle Zeit der Welt und stellte ihr einen orthodoxen Priester zur Seite, der sie in die Lehren des Glaubens einwies und dessen Zusprache ihr den Übergang vom evangelischen zum orthodoxen Glauben erleichterte. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges war ein entscheidender Moment für Rußland und Alexandra. Rußland wandte sich gegen Deutschland, wo ihr Bruder Großherzog von Hessen und ihr Cousin Kaiser Wilhelm II. war. Die Zarin wurde noch unbeliebter beim russischen Volk und geriet immer mehr in den Fokus von Gerüchten, man beschuldigte sie sogar der Zusammenarbeit mit Deutschland. Dennoch unterstützte der Zar seine geliebte Frau gegen alle Vorwürfe inner- und außerhalb der Familie. In der Februarrevolution wurde der Zar zur Abdankung gezwungen. Obwohl König Georg V. der Cousin von Alexandra und Nikolaus war, weigerte er sich, die Zarenfamilie nach England zu evakuieren, da er Auswirkungen auf seinen eigenen Thron befürchtete. Die vorläufige Regierung stellte die Zarenfamilie im Alexanderpalast unter Hausarrest, bis sie im August 1917 nach Tobolsk in Sibirien gebracht wurden, angeblich um sie von größeren Gefahren fernzuhalten. Nach der Oktoberrevolution jedoch wurden sie in das von Bolschewiken kontrollierte Jekaterinburg gebracht. Dort wurden die gesamte Familie und ihre Bediensteten nach mehrmonatiger Gefangenschaft in der Nacht zum 17. Juli 1918 in einem Keller erschossen. Die Leichen der Zarenfamilie wurden in einem ungenutzten Minenschacht nördlich von Jekaterinburg vergraben, bis sie in den frühen 90ern exhumiert und identifiziert wurden. Im Jahr 1998 wurden Alexandra, Nikolaus und ihre Kinder (außer Maria und Alexej, deren Verbleib bisher ungeklärt ist) nach St. Petersburg überführt, wo sie mit einer großen Zeremonie in der Familiengruft der Romanows in der Peter-und-Paul-Kathedrale beigesetzt wurden. 2001 wurde die Zarenfamilie von der Russisch-Orthodoxen Kirche heilig gesprochen.